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Longevity Glossar | Taurin

Taurin

Was ist Taurin?
Gmelin und Tiedemann isolierten die Aminosulfonsäure im 19. Jahrhundert zuerst aus der Galle des Ochsen. Weil das griechische Wort für Stier „tauros“ ist, nannten sie die Substanz Taurin. Die meisten Menschen kennen Taurin als Zutat von Energydrinks, es ist aber ein essentieller, körpereigener Stoff, der beim Abbau der Aminosäure Cystein entsteht.
Wo kommt Turin natürlicherweise vor?
Im Stoffwechsel von Tieren entsteht Taurin aus der schwefelhaltigen Aminosäure Cystein. Nahrungsmittel wie Meeresfrüchte, Fisch und Fleisch enthalten daher viel davon. Taurin gilt als bedingt essentiell: gesunde Erwachsene sind nicht auf die Einnahme über Nahrungsmittel angewiesen und haben 30-70 g Taurin im Körper. Einige Krankheitszustände wie Diabetes oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind jedoch mit niedrigen Taurinspiegeln verbunden.

Da Cystein und Taurin häufiger in tierischen Lebensmitteln vorkommen, zeigen vegetarisch und vegan lebende Menschen im Durchschnitt niedrigere Taurin-Spiegel im Körper. Das hat keine negativen Auswirkungen auf die Entwicklung der Kinder von vegan lebenden Müttern. Taurin wird auch synthetisch hergestellt und liegt dann als weißes Pulver vor.
Was ist die primäre Funktion von Taurin im Körper?
Taurin ist an einigen Vorgängen im Stoffwechsel beteiligt. Klar definiert sind nur wenige Rollen der Substanz, die in beinahe allen Zellen von Tieren vorkommt. Zu den bekannten Aufgaben von Taurin gehört die Bildung der Taurocholsäure in der Leber, die ein wichtiger Bestandteil der Gallensäure ist und damit zur Verdauung von Fett beiträgt.

Wichtig ist Taurin zudem für die Entwicklung und die Funktion von Gehirn, Nervensystem und Signalübertragung. Prä- und postnatale Entwicklung unter Taurinmangel führt zu Netzhautanomalien und Entwicklungsstörungen des Hirnstamms. Als Osmoregulator steuert Taurin die Membranbindung von Kalzium und die Membranbewegung von Kalium und Natrium, wirkt dabei als Neuromodulator und ist so unverzichtbar für die Funktion des Gehirns, der Muskeln, des Bewegungsapparates und der Herzmuskulatur.

Beim Herzen wirkt Taurin anti-arrhythmisch und unterstützt einen stetigen, normalen Herzschlag. Taurin wirkt als starkes Antioxidans und vermindert oxidativen Stress, vermutlich durch die Regulation antioxidativer Enzyme, und unterstützt den Körper bei Entzündungsprozessen.

Welche Vorteile hat die Ergänzung mit Taurin?

Aufgrund der bekannten Funktionen von Taurin überprüfen Forscher, ob es leistungssteigernde Wirkungen für geistige und körperliche Tätigkeiten vermittelt. Auch potentielle Effekte auf die Herz-Kreislauf-Gesundheit, die Augengesundheit, das Immunsystem, die allgemeine Vitalität, die Energiebereitstellung oder die Stress-Resilienz stehen im Zentrum des Interesses.

In der Vergangenheit war die Beweislage für die Wirkung der Ergänzung dürftig. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit EFSA konnte keine dieser Wirkungen durch die Einnahme als Nahrungsergänzung validieren. Unabhängig der Forschungsergebnisse setzen Konsumenten Taurin häufig wie oder mit Koffein ein, um damit die geistige und die physische Leistungsfähigkeit zu steigern.

Neuere Metaanalysen liefern jedoch erste handfeste Belege, dass Taurin in Tagesdosen von 1-6 g beim Sport die Ausdauer verbessern, DNA-Schäden und den Laktatspiegel verringern kann. In geringer Dosierung von 0,05 g Taurin konnten Einzelgaben direkt vor dem Widerstandstraining die muskuläre Erschöpfung vermindern und das antioxidative Potential erhöhen.

Auch bei diversen Krankheitszuständen, die durch einen vermehrten Verbrauch von Taurin gekennzeichnet sein können, erwies sich die Supplementation mit Taurin als nützlich. So konnte Taurin den Blutdruck dosisabhängig reduzieren und in ersten Versuchen seinen Nutzen für Diabetes-Patienten demonstrieren.

Weil im Zusammenhang mit der Einnahme von taurinhaltigen Energy Drinks in Kombination mit Alkohol oder Sport Herzrhythmusstörungen, Nierenversagen oder Todesfälle auftraten, empfiehlt das Bundesinstitut für Risikobewertung BfR, dass Kinder, Schwangere und Stillende auf die Einnahme von Energydrinks verzichten sollten. Ein kausaler Zusammenhang konnte bislang laut BfR nicht bewiesen werden. In klinischen Versuchen nahmen Probanden 10 g Taurin täglich für 6 Monate oder 1 g Taurin täglich für ein Jahr ein, ohne bedenkliche Nebenwirkungen. Die Einnahme von 3 g Taurin am Tag gilt als sicher und verträglich.

Quellen

Weiterführende Informationen sowie Studien über den Wirkstoff Taurin finden Sie hier.