Der Körper braucht Arginin, um daraus Stickstoffmonoxid herzustellen. Im Stickstoffmonoxid-Zyklus wird Arginin in Citrullin umgewandelt, wobei ein Molekül Stickstoffmonoxid abgespalten wird. Das so entstandene Stickstoffmonoxid erfüllt viele wichtige Funktionen im Körper. Stickstoffmonoxid ist zum Beispiel an der Regulation neuronaler Stammzellen beteiligt und spielt eine Rolle für die biologische Alterung, indem es die Gesundheit der Endothelien erhält oder die Aktivität der Mitochondrien stimuliert. Zudem regt Stickstoffmonoxid die Produktion von cyklischem Guanosinmonophosphat (cGMP) an, das als Botenstoff Entspannung signalisiert, Blutgefäße erweitert und somit wichtig für die Durchblutung und beispielsweise auch die Erektionsfähigkeit ist.
Bei Krankheiten, Stress, Bluthochdruck, Diabetes und anderen gesundheitlichen Beeinträchtigungen verbraucht der Körper Arginin vermehrt im Harnstoffzyklus. Als Konsequenz steht im Stickstoffmonoxidzyklus weniger Arginin zur Verfügung und auch die Stickstoffmonoxid-Spiegel im Körper sinken. Das kann zu Komplikationen führen, wie zur Zunahme von Entzündungsprozessen und reaktiver Sauerstoffspezies. In diesen Fällen, in welchen der Körper selbst nicht genügend Arginin herstellen kann, wird Arginin zur essentiellen Aminosäure, die über die Nahrung oder als Ergänzung zugeführt werden sollte.
- kann bei dauerhaftem Stress positiv wirken
- kann bei Diabetikern die Funktion der Gefäße verbessern
- kann bei hohem Blutdruck den systolischen und diastolischen Blutdruck senken
Welche Vorteile hat die Ergänzung mit Arginin?
Die Nahrungsergänzung mit Arginin kann die Arginin-Konzentration im Blutserum kurzfristig steigern. Untersuchungen zeigen, dass die Supplementierung mit bis zu 9 g Arginin die Konzentration im Blutserum um 70 % bis 180 % anheben kann. Einzelgaben jenseits der 10 g Arginin führen mit einer höheren Wahrscheinlichkeit zu Nebenwirkungen wie Magen-Darm-Beschwerden und werden schlechter absorbiert.
Arginin gilt als relativ schlecht bioverfügbar, wobei niedrige orale Dosen bis 6 g eine Bioverfügbarkeit von circa 70 % aufweisen, während höhere Dosen von 10 g und mehr nur noch Bioverfügbarkeiten von circa 20 % zeigen. Für die Aufnahme von Arginin im Darm sind also niedrigere Dosen effizienter. Die optimale und sehr gut verträgliche Menge für eine Einzeldosis liegt daher bei 3 g bis 6 g.
Insbesondere bei Personen, die dauerhaft unter Stress und gesundheitlichen Beschwerden leiden, kann die Einnahme von Arginin als Ergänzung positiv wirken. In diesen Fällen kann Arginin von einer bedingt-essentiellen Aminosäure zu einer essentiellen Aminosäure werden. Diabetiker, die 8 g Arginin täglich für 21 Tage einnahmen, konnten die Funktion ihrer Gefäße verbessern und den oxidativen Stress durch Radikale reduzieren. Bei Langzeitsupplementation über 18 Monate erhöhte Arginin für Diabetiker die Wahrscheinlichkeit auf eine normale Glukosetoleranz.
Die Einnahme von Arginin kann unter Umständen die Stickstoffmonoxid-Spiegel und den Blutfluss erhöhen, wenn dieser gehemmt ist. Bei Patienten mit Bluthochdruck konnte die Einnahme von Arginin den systolischen und diastolischen Blutdruck senken.
Quellen
Weiterführende Informationen sowie Studien über den Wirkstoff Arginin finden Sie hier.
Arginase: A Multifaceted Enzyme Important in Health and Disease
www.pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/29412048
Arginine metabolism: nitric oxide and beyond
www.pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/9806879
Overexpression of arginase I in enterocytes of transgenic mice elicits a selective arginine deficiency and affects skin, muscle, and lymphoid development
www.pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/12081826
Dysregulated arginine metabolism, hemolysis-associated pulmonary hypertension, and mortality in sickle cell disease
www.pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/15998894
Pharmacokinetics of intravenous and oral L-arginine in normal volunteers
www.pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/10215749
Nitric oxide synthesis inhibition increases proliferation of neural precursors isolated from the postnatal mouse subventricular zone
www.pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/14672818
Watermelon extract supplementation reduces ankle blood pressure and carotid augmentation index in obese adults with prehypertension or hypertension
www.pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/22402472