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Liebe ist nicht nur ein Gefühl, sondern kann auch ein wichtiger Faktor für Gesundheit, Wohlbefinden und Langlebigkeit sein. Der Beitrag zeigt, wie Partnerschaft, Freundschaft, familiäre Nähe und Selbstliebe Körper und Psyche stärken können. Dabei spielen soziale Bindungen, Stressreduktion, Herzgesundheit und Hormone wie Oxytocin, Dopamin und Endorphine eine zentrale Rolle. So wird deutlich: Wer Liebe schenkt, Nähe zulässt und Beziehungen bewusst pflegt, investiert nicht nur in emotionale Erfüllung, sondern auch in ein längeres und gesünderes Leben.
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Was ist Sulforaphan?
Sulforaphan ist ein Senföl aus Brokkoli und Blumenkohl. Es wehrt Fressfeinde der Pflanzen ab und irritiert durch beißenden Geruch und Geschmack auch uns Menschen. Eine Vielzahl an mechanistischen Studien mit Zellen und Tiermodellen belegen die anti-oxidativen, anti-karzinogenen und anti-entzündlichen Wirkungen von Sulforaphan. Aufgrund weniger klinischer Versuche mit menschlicher Beteiligung stehen Belege für die direkte Wirkung beim Menschen noch aus. Trotzdem gilt Sulforaphan bei vielen als vielversprechendes Supplement, um die Risiken für chronische Erkrankungen zu senken.
Wo kommt Sulforaphan natürlicherweise vor?
Sulforaphan ist ein Senföl, das bestimmte Pflanzen herstellen und nutzen, um sich gegen Fressfeinde zu verteidigen. Die Pflanze lagert Sulforaphan ein, verstaut es gut und macht es im eigenen Gewebe unschädlich. Damit es nur dann in seiner aktiven und aggressiven Form austritt, sobald Feinde das Gewebe der Pflanze verletzen. In den unbeschädigten Zellen liegt es als neutrales Senfölglykosid vor in Verbindung mit einem Zucker.Die Myrosinase ist das Enzym, das Sulforaphan vom Zucker trennt, damit es seinen Dienst gegen Eindringlinge verrichtet. Dieses Enzym befindet sich in einem anderen Teil der Zelle. Sobald also eine Verletzung entsteht, treffen das Senfölglykosid und das Enzym wie vorbestimmt aufeinander. Das Enzym spaltet Sulforaphan ab und dieses erfüllt als Senföl seine verteidigende Wirkung gegen Eindringlinge.Die Pflanze lagert Sulforaphan raffiniert in einer Verbindung mit Zucker in den Kompartimenten der pflanzlichen Zelle ein. Für uns Menschen heißt das: Die Bioverfügbarkeit von Sulforaphan beim Konsum von Kreuzblütlern hängt stark von der Zubereitung ab. Nur wenn wir Sulforaphan abgespalten vom Zucker aufnehmen, ist es biologisch aktiv. Dafür muss das Enzym Myrosinase vor dem Konsum von Brokkoli, Blumenkohl oder Rettich ausreichend Zeit haben. Kochen um die Zellwände zu zerstören ist keine Lösung, da das Enzym Myrosinase durch Hitze schnell seine Funktion verliert.Um die Aufnahme von Sulforaphan zu steigern, können wir das Gemüse klein geschnitten vor der Zubereitung ruhen lassen. Oder Sprossen verzehren, die sehr viel höhere Konzentrationen des Senföls enthalten. Pro 100 g Trockengewicht enthält Brokkoli 40 bis 170 mg Sulforaphan, Sprossen liefern mit mehr als 1.000 mg circa das Zehnfache. Nahrungsergänzungsmittel erlauben, die Substanz einfach und in definierter Dosis einzunehmen.
Was ist die primäre Funktion von Sulforaphan im Körper?
Sulforaphan unterstützt das antioxidative Potenzial des Organismus. Viele Substanzen, die anti-oxidativ wirken, so wie Vitamin C oder Vitamin E, wirken als Radikalfänger. Sie fangen reaktive Sauerstoffspezies (ROS) ein. Sulforaphan aktiviert andere Systeme, wie das Glutathion, die nachfolgend ROS einfangen. Daher sagen Experten, Sulforaphan wirkt indirekt anti-oxidativ.Glutathion wirkt anti-oxidativ, erfüllt aber noch eine weitere Rolle. Es unterstützt die Transformation schädlicher Stoffe im Körper. Damit trägt es zur Entgiftung durch die Niere bei. Nicht nur durch die Aktivierung von Glutathion trägt Sulforaphan also zur Entsorgung von unerwünschten und potenziell schädlichen Stoffen bei. Es aktiviert zudem das sogenannte Proteasom.Das Proteasom ist Teil der Müllabfuhr in den Zellen. Es baut Proteine ab, die fehlerhaft oder nicht funktionsfähig sind. In der Langlebigkeitsforschung gehen Forscher davon aus, dass dieser nicht funktionelle Zellschrott Alterung begünstigt. Die Ansammlung von ausrangierten oder falsch gefalteten Proteinen in der Zelle ist gleichbedeutend mit zellulärer Alterung. Diese geht einher mit erhöhten Entzündungswerten und einem höheren Risiko für chronische Erkrankungen. Durch die Wirkung auf das Proteasom beeinflusst Sulforaphan diese Prozesse. Studien mit Zellkulturen und Nagern zeigen zudem, dass Sulforaphan Sirtuine aktiviert, eine Gruppe von Genen, die Langlebigkeit regulieren.
Welche Vorteile hat die Ergänzung mit Sulforaphan?
In einigen Zellkulturen und Tierversuchen zeigte Sulforaphan anti-karzinogene Wirkung. Sulforaphan hemmte etwa das Wachstum von Brustkrebszellen. In diesem Fall, so vermuteten die Wissenschaftler, durch die Störung der Mikrotubuli, die Krebszellen zur Vermehrung benötigen.Epidemiologisch ist eine Ernährung, die reich an Kohl ist, mit einem geringeren Risiko für Prostatakrebs assoziiert. Sulforaphan ist ein mechanistischer Erklärungsversuch. In mechanistischen und klinischen Studien mit Menschen reduzierte Sulforaphan die Aktivität sogenannter Histon-Deacetylasen. Diese sind für das Wachstum der Prostatakrebszellen wichtig.Entzündungsprozesse und oxidative Vorgänge begünstigen die Entstehung von Arterienverkalkung, der umgangssprachlichen Atherosklerose. Gegen diese Risikofaktoren von Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Schlaganfall oder Herzinfarkt könnte Sulforaphan vorgehen. Einige Studien zeigen potenzielle Anwendungen von Sulforaphan für anti-oxidatives Potenzial und Entzündungsmarker. Eine Metaanalyse bei Nagern bestätigt, dass Sulforaphan Körpergewicht, Cholesterin und Triglyceride senken kann. Auch Studien zur Sulforaphan-Wirkung gegen Bluthochdruck und Diabetes bei Mäusen bestärken die Annahme, dass die Substanz Herz-Kreislauf-Erkrankungen vorbeugen könnte.Nicht-funktionelle oder fehl gefaltete Proteine stehen im Zusammenhang mit verschiedenen chronischen Erkrankungen, deren Risiko mit steigendem Alter zunimmt. Sulforaphan aktiviert das Proteasom und fördert den Abbau dieses Zellschrotts. So soll die Substanz zu einer längeren Gesundheitsspanne oder zu einem längeren Leben beitragen. Allerdings sind Versuche in Zellkulturen und mit Tiermodellen nicht ausreichend, um die Wirkung beim Menschen zu belegen. Entsprechend schließen die Autoren einer Zusammenfassung mit der Bemerkung, dass „weitere Interventionsstudien erforderlich sind, um (...) zu fundierteren Schlussfolgerungen zu gelangen.“Durch Nahrungsergänzungsmittel nehmen Anwender Dosierungen ein, für die sie äquivalent 500-1.000 g Brokkoli verzehren müssen. Oder einige Gramm frisch geerntete Brokkolisprossen. Durch die Unsicherheit bezüglich der Menge an bioaktivem Sulforaphan beim Verzehr von Kohlsorten ist die Supplementierung eine effiziente Form der Einnahme.
Quellen
Weiterführende Informationen sowie Studien über den Wirkstoff Sulforaphan finden Sie hier.
Evaporative light-scattering analysis of sulforaphane in broccoli samples: Quality of broccoli products regarding sulforaphane contentswww.pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/16569031
Sulforaphane Augments Glutathione and Influences Brain Metabolites in Human Subjects: A Clinical Pilot Studywww.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC5981770
Antioxidant Functions of Sulforaphane: a Potent Inducer of Phase II Detoxication Enzymeswww.sciencedirect.com/science/article/pii/S0278691599000824
Sulforaphane protects against oxidative stress‑induced apoptosis via activating SIRT1 in mouse osteoarthritiswww.pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/34184072
Sulforaphane exhibits potent renoprotective effects in preclinical models of kidney diseases: A systematic review and meta-analysiswww.pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/37023957
Accumulation of Sulforaphane and Alliin in Human Prostate Tissuewww.pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/36014767
The Role of Histone Deacetylases in Prostate Cancerwww.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC2683066
Sulforaphane Protects against Cardiovascular Disease via Nrf2 Activationwww.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC4637098
Clinical and molecular evidence of the consumption of broccoli, glucoraphanin and sulforaphane in humanswww.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC4637098
Was ist Zink?
Zink ist ein Mineralstoff und Spurenelement, das wichtig für die Funktion hunderter Enzyme ist und damit für die sexuelle Gesundheit, das Immunsystem, das Gehirn oder das antioxidative Potenzial im Körper als unentbehrlich gilt. Beliebt ist die Ergänzung mit Zink, um das Immunsystem bei einer Erkältung zu stärken oder die Hormonproduktion für Muskel- und Kraftaufbau anzukurbeln.
Wo kommt Zink natürlicherweise vor?
Zink ist ein Mineral der Erdkruste und als Spurenelement essentiell für den Körper. Dort kommt es hauptsächlich in der Muskulatur und in den Knochen vor, jedoch mit weniger als 1 % der Gesamtmenge kaum im Blut. Das führt dazu, dass Zinkmessungen im Blut recht ungenau sind und es vermutlich eine hohe Dunkelziffer für Menschen mit subklinischem Mangel gibt.Zink ist kein seltenes Spurenelement. Große Mengen sind enthalten in Vollkorngetreiden wie Roggen, Weizen, Hafer oder Reis, Samen wie Mohn, Sesam, Kürbis, Lein oder Chia, Hülsenfrüchten wie Linsen oder Erbsen, Kakao, Leber von Wild oder Schwein, Nüssen, Muskelfleisch oder Käse.Die meisten Lebensmittel enthalten reichlich Zink. Die Herausforderung ist daher nicht nur, die richtigen Lebensmittel auszuwählen, sondern auch, diese so zu kombinieren, dass die Absorption von Zink im Dünndarm maximiert wird. Denn sekundäre Pflanzenstoffe wie Phytinsäure oder Polyphenoleiv und andere Mineralstoffe vermindern die Absorption. Fermentation, Keimung oder die Zugabe von Obst und Gemüse zur Mahlzeit erhöhen hingegen die Absorption, bis auf das Niveau tierischer Lebensmittel.In Nahrungsergänzungsmitteln wird Zink in den Verbindungen Zinkoxid, Zinksulfat, Zinkacetat, Zinkchlorid, Zinkcitrat oder Zinkgluconat zugesetzt. Allerdings sollen organische Zinkverbindungen wie Zinkhistidin die beste Bioverfügbarkeit aufweisen.
Was ist die primäre Funktion von Zink im Körper?
Weil Zink Bestandteil von mehr als 300 Enzymen ist, sorgt es für den reibungslosen Ablauf beinahe aller lebenswichtiger Vorgänge im Körper. Ohne Zink wären nur wenige Enzyme in der Lage, chemische Reaktionen auszulösen, es ist am Stoffwechsel aller Makronährstoffe Fett, Kohlenhydrat und Protein beteiligt.Zink hat zudem wichtige Rollen beim Zellwachstum und der Immunfunktion inne, beispielsweise verhindert es übertriebene Immunreaktionen. Als Bestandteil der Zinkfingerproteine, die zu den Transkriptionsfaktoren gehören, ist Zink auch an der Übersetzung des Erbguts im Zellkern beteiligt.Laut Europäischer Behörde für Lebensmittelsicherheit EFSA trägt Zink auch zum Erhalt normaler Sehkraft, eines normalen Säure-Basen-Stoffwechsels, einer normalen kognitiven Funktion, der Fähigkeit zur Fortpflanzung, normaler Nägel, Haare und Knochen, einer normalen Haut oder zum Schutz der Zellen vor oxidativem Stress bei.
Welche Vorteile hat die Ergänzung mit Zink?
Die tägliche Zufuhrempfehlung der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) liegt bei Männern zwischen 11 und 16 mg und bei Frauen zwischen 7 und 10 mg. Die genaue Empfehlung hängt unter anderem vom Phytinsäuregehalt der gesamten Ernährung ab. Da Phytinsäure die Aufnahme von Zink im Körper vermindern kann, sollten Menschen mit einer höheren Phytinsäurezufuhr eher den oberen Bereich der Zink-Empfehlungen berücksichtigen. Als Daumenregel gilt: Je mehr Vollkornprodukte, Hülsenfrüchte und pflanzliche Proteinquellen verzehrt werden, desto höher ist in der Regel auch die Aufnahme von Phytinsäure.
Ob jederzeit eine ausreichende Zinkversorgung gewährleistet ist, lässt sich nicht immer eindeutig beurteilen – unter anderem wegen des Einflusses von Phytinsäure und der begrenzten Aussagekraft einzelner Zinkmessungen im Körper. Ein erhöhtes Risiko für eine unzureichende Zinkversorgung besteht insbesondere bei überwiegend pflanzlicher Ernährung mit hohem Phytinsäureanteil. Auch Kleinkinder, Menschen mit Malabsorptionssyndromen sowie Personen, die Chelat-Bildner, Orlistat, Abführmittel oder Protonenpumpenhemmer einnehmen, können zu einer Risikogruppe gehören.
Laut Bundesinstitut für Risikobewertung besteht zugleich ein relevantes Risiko für eine zu hohe Zinkzufuhr durch Nahrungsergänzungsmittel, nicht jedoch durch die Aufnahme aus herkömmlichen Lebensmitteln. Grund dafür ist der vergleichsweise geringe Abstand zwischen der empfohlenen Zufuhr und der tolerierbaren Höchstmenge von 25 mg pro Tag. Entsprechend niedrig fällt die Empfehlung des BfR für die tolerierbare Tageshöchstmenge an Zink aus Nahrungsergänzungsmitteln aus: Sie liegt bei 6,5 mg pro Tag. Für Konsumentinnen und Konsumenten bedeutet das: Der Phytinsäuregehalt der Ernährung sollte berücksichtigt werden, zugleich ist bei Zinksupplementen Zurückhaltung sinnvoll. Eine bevorzugte Versorgung über natürliche Lebensmittel ist in vielen Fällen die vorsichtigere Strategie.
Denn bei chronisch hoher Zufuhr von Zink über Supplemente können unerwünschte Effekte auftreten. In Studien wurden bei täglichen Zinkmengen von 50 bis 300 mg unter anderem eine verminderte Anzahl weißer Blutkörperchen, eine verringerte Immunfunktion, niedrigere Hämatokritwerte oder Veränderungen des Fettstoffwechsels beobachtet. Epidemiologische Untersuchungen brachten zudem eine sehr hohe Zinkzufuhr von über 75 mg täglich mit einem erhöhten Risiko für Prostatakrebs in Verbindung.
Es ist unwahrscheinlich, dass eine Zinksupplementierung bei gutem Versorgungsstatus zusätzliche gesundheitliche Vorteile bietet. Positive Effekte durch Zinksupplemente zeigten sich in Studien vor allem bei unzureichender Versorgung über die Ernährung, etwa im Zusammenhang mit Akne, depressiven Symptomen oder Blutfettwerten. Eine bislang häufig diskutierte Ausnahme sind Atemwegsinfektionen, deren Dauer in verschiedenen Metaanalysen durch Zink verkürzt werden konnte.
Zink ist wichtig für die Funktion der Hoden und die Fruchtbarkeit. Auch für die körpereigene Produktion männlicher Sexualhormone spielt der Mineralstoff eine Rolle. Deshalb ist Zink häufig Bestandteil von Nahrungsergänzungsmitteln für Sportler oder Produkte im Kontext von Muskelaufbau. Wissenschaftlich klar ist: Ein Zinkmangel kann die Hormonsynthese oder Fruchtbarkeit beeinträchtigen, und der Ausgleich eines Mangels kann diese Prozesse unterstützen. Bislang gibt es jedoch keine überzeugenden Belege dafür, dass eine zusätzliche Zinkeinnahme bei gutem Versorgungsstatus das männliche Sexualhormon weiter erhöht.
Im Zentrum wissenschaftlichen Interesses steht daher vor allem die Frage, bei welchen Gesundheitszuständen und chronischen Erkrankungen ein schwer erkennbarer Zinkmangel auftreten kann – und in welchen Fällen eine gezielte Zinksupplementierung tatsächlich einen gesundheitlichen Nutzen haben könnte.
Quellen
Weiterführende Informationen sowie Studien über den Wirkstoff Zink finden Sie hier.
Zinc: an essential micronutrientwww.pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/20141096
Bioavailability of iron, zinc, and other trace minerals from vegetarian dietswww.pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/12936958
A Guide to Human Zinc Absorption: General Overview and Recent Advances of In Vitro Intestinal Modelswww.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC7146416
Dietary factors influencing zinc absorptionwww.pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/10801947
Revised D-A-CH-reference values for the intake of zincwww.pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/32380426
Was ist Vitamin K?
Vitamin K (Chinon) ist ein essentieller Nährstoff und gehört neben Vitamin A, Vitamin D und Vitamin E zu den vier fettlöslichen Vitaminen. In den 1920er Jahren verblüfften unerklärbare Blutungen bei Rindern und Hühnern die Tierärzte, ehe einige Wissenschaftler die Rolle von Vitamin K für die Blutgerinnung – die Koagulation des Blutes – herausfanden. Das Vitamin erhielt schlicht die Bezeichnung K für Koagulation. Vitamin K nimmt im Körper eine bedeutende Funktion als Cofaktor vieler Enzyme ein, die am Kalzium-Stoffwechsel beteiligt sind. Es wird gerne zur Verbesserung der kardiovaskulären Gesundheit und zusammen mit Vitamin D supplementiert.
Wo kommt Vitamin K natürlicherweise vor?
Es gibt zwei natürliche Quellen von Vitamin K – grüne Pflanzen mit Vitamin K1 und Bakterien mit Vitamin K2. Menschen versorgen sich über die Nahrung, aber auch die Produktion von Vitamin K im Darm, durch Bakterien der Darmflora, soll zur eigenen Versorgung beitragen.Vitamin K1 (Phyllochinon) kommt besonders reichlich in Pflanzenteilen vor, die Photosynthese betreiben, wie in grünen Spinatblättern, Blattsalat oder Petersilie. Dieses Vitamin K macht den Großteil der Versorgung durch die Nahrung aus, zeigt jedoch eine geringere Bioverfügbarkeit.Tierische und fermentierte Lebensmittel wie Leber, Muskelfleisch, Quark, Käse oder Eier enthalten Vitamin K2 (Menachinon) in hoher Konzentration. Mikroorganismen in fermentierten Lebensmitteln, wie im traditionellen japanischen Gericht Natto oder in Quark oder Käse, bilden selbst das Vitamin. Tierische Lebensmittel enthalten Vitamin K2 durch die Umwandlung von Vitamin K1 aus verspeisten, pflanzlichen Futtermitteln im Tier.Vitamin K2 besteht aus einer Gruppe von Menachinonen mit unterschiedlich langen Seitenketten, angegeben mit „MK-n“. Häufig kommt Vitamin K2 MK-7 (mit sieben Einheiten in der Seitenkette) vor, das von Bakterien synthetisiert wurde, oder MK-4 (mit vier Einheiten in der Seitenkette), das im tierischen Körper durch Umwandlung von Vitamin K1 aus Pflanzen entstanden ist. Vitamin K2 MK-7 gilt als die Form mit der besten Bioverfügbarkeit. Außerdem gibt es das synthetisch hergestellte Vitamin K3, das ebenfalls bioaktiv ist. Als Zusatz für Lebensmittel sind jedoch ausschließlich Vitamin K1 und Vitamin K2 erlaubt.Vitamin K ist hitzestabil, die Aufnahme im Körper kann durch die gleichzeitige Einnahme mit Ölen und Fetten erhöht werden. Im Körper findet man Vitamin K vor allem in der Leber. Der Vitamin-K-Pool im Körper ist mit circa 70-100 Mikrogramm gering. Die empfohlene Zufuhr liegt laut DGE für Männer bei 70-80 Mikrogramm täglich, für Frauen bei 60-65 Mikrogramm. Ab dem 50. Lebensjahr gilt der höhere Bedarf.
Was ist die primäre Funktion von Vitamin K im Körper?
Laut Europäischer Behörde für Lebensmittelsicherheit EFSA trägt Vitamin K erwiesenermaßen zur normalen Blutgerinnung und zum Erhalt normaler Knochen bei. Diese Rollen erfüllt Vitamin K als Cofaktor bei der Bildung von Proteinen, die an der Blutgerinnung und dem Aufbau von Knochen beteiligt sind. Zu diesen Proteinen, für deren Bildung Vitamin K essentiell ist, gehören Gerinnungsfaktoren, Plasmaproteine und die Gla-Proteine in den Osteoblasten der Knochen, die Knochensubstanz aufbauen.Aus diesem Kontext ergibt sich die Hypothese, dass ein Zusammenhang zwischen dem Versorgungsstatus mit Vitamin K und dem Risiko für Arterienverkalkung und Knochenschwund besteht. Bei der Arterienverkalkung, medizinisch als Atherosklerose bezeichnet, bilden Kalzium, Blutfette und andere Stoffe sogenannte Plaques, welche die Fließgeschwindigkeit des Blutes verlangsamen, den Blutdruck erhöhen und die Wand der Blutgefäße schädigen. Beim Knochenschwund, der Osteoporose, mangelt es zusehends an Knochenmineralien wie Kalzium. Das führt zu brüchigen Knochen und einer Zunahme an Spontanfrakturen.Als gesichert gilt also, dass angemessene Vitamin-K-Spiegel für eine normale Funktion dieser Prozesse sorgen. Ob Vitamin K in bestimmter Dosierung der Entstehung von Atherosklerose, Osteoporose und weiteren Erkrankungen vorbeugen kann, ist zentral in der Forschungsarbeit vieler Wissenschaftler und bislang noch unklar.
Welche Vorteile hat die Ergänzung mit Vitamin K?
In einigen Querschnitts-Studien und randomisierten, kontrollierten Experimenten (RCTs) konnten Vitamin-K-Status oder -Supplementierung einige Marker für Knochengesundheit verbessern. Besonders bei weiblichen Probanden schien eine niedrige Einnahme von Vitamin K mit Knochenschwund verbunden zu sein. Insgesamt gibt es jedoch uneinheitliche Ergebnisse, weshalb der Evidenzgrad niedrig ist.In einer Metaanalyse von neun RCTs, in der die Forschergruppe aus Kanada den Einfluss der Vitamin-K-Supplementierung auf Arterienverkalkung und Gefäßschäden untersuchte, konnte Vitamin K zwar die Aktivität des Enzyms erhöhen, das gegen die Ablagerung von Kalzium in den Blutgefäßen arbeitet. Jedoch fanden die Autoren der Studie keine starken Belege für die Wirkung von Vitamin K gegen Atherosklerose. Weitere Forschungsarbeiten sind nötig, beispielsweise um herauszufinden, ob Vitamin K Gefäßverkalkung vorbeugen oder bestehende Atherosklerose verbessern kann.Wie Vitamin K ist auch Vitamin D ein wichtiger Nährstoff für die Knochengesundheit. Studien konnten zeigen, dass die gemeinsame Einnahme in einem Supplement die Wirksamkeit in Bezug auf die Knochendichte verstärkt. Insbesondere bei einer gleichzeitig hohen Kalziumzufuhr, wie es in westlichen Gesellschaften die Norm ist, soll die gemeinsame Einnahme vor Kalkablagerungen schützen, die durch Vitamin-D-Überschuss entstehen können.Weil es keinen zuverlässigen Biomarker zur Feststellung des Vitamin-K-Status des Körpers, beziehungsweise zuverlässige Daten zum Gehalt in Lebensmitteln gibt, ordnet das Bundesinstitut für Risikobewertung BfR Vitamin K der Versorgungskategorie 2 zu: Für das Vitamin besteht laut BfR eine gewisse Unsicherheit bezüglich der Versorgung und der Entwicklung eines Mangels.Falls der Vitamin-K-Bedarf nicht über die Ernährung abgedeckt werden kann, bieten sich apothekenpflichtige Präparate mit oralen Dosen von 50-150 Mikrogramm pro Tag an. Bei lebensbedrohlichen Blutungen werden bis zu 10 mg Vitamin K intravenös verabreicht. Zu den Risikogruppen für einen Vitamin-K-Mangel gehören Menschen mit Essstörung, Darmerkrankungen (Crohn), Patienten, die auf die Einnahme bestimmter Medikamente (Cumarinderivate, Antibiotika) angewiesen sind, die in den Vitamin-K-Zyklus eingreifen, Neugeborene und Säuglinge.Das BfR sieht ein mäßiges Risiko der Überdosierung und ein geringes Risiko für unerwünschte Effekte. Toxische Reaktionen wie Allergien oder Herzrhythmusstörungen wurden nur selten und bei intravenöser Verabreichung großer Mengen Vitamin K beobachtet. Für Menschen, die auf die medikamentöse Einnahme von Blutgerinnungshemmern angewiesen sind, erachtet das BfR die Vitamin-K-Aufnahme von bis zu 100 Mikrogramm am Tag als sicher. Größere Mengen können zu lebensgefährlichen Komplikationen führen und sollten mit dem Arzt abgesprochen werden.
Quellen
Weiterführende Informationen sowie Studien über den Wirkstoff Vitamin K finden Sie hier.
The combination effect of vitamin K and vitamin D on human bone quality: a meta-analysis of randomized controlled trialswww.pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/32219282
Vitamin K Supplementation for the Prevention of Cardiovascular Disease: Where Is the Evidence? A Systematic Review of Controlled Trialswww.pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/32977548
Comparison of phylloquinone bioavailability from food sources or a supplement in human subjectswww.pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/10356087
,The role of menaquinones (vitamin K2) in human healthwww.cambridge.org/core/journals/british-journal-of-nutrition/article/role-of-menaquinones-vitamin-k2-in-human-health/5B9F317B526629D8BA77B6435F1E5509
Vitamin K and osteoporosis: Myth or reality?pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/28403946
Was ist Taurin?
Gmelin und Tiedemann isolierten die Aminosulfonsäure im 19. Jahrhundert zuerst aus der Galle des Ochsen. Weil das griechische Wort für Stier „tauros“ ist, nannten sie die Substanz Taurin. Die meisten Menschen kennen Taurin als Zutat von Energydrinks, es ist aber ein essentieller, körpereigener Stoff, der beim Abbau der Aminosäure Cystein entsteht.
Wo kommt Turin natürlicherweise vor?
Im Stoffwechsel von Tieren entsteht Taurin aus der schwefelhaltigen Aminosäure Cystein. Nahrungsmittel wie Meeresfrüchte, Fisch und Fleisch enthalten daher viel davon. Taurin gilt als bedingt essentiell: gesunde Erwachsene sind nicht auf die Einnahme über Nahrungsmittel angewiesen und haben 30-70 g Taurin im Körper. Einige Krankheitszustände wie Diabetes oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind jedoch mit niedrigen Taurinspiegeln verbunden.Da Cystein und Taurin häufiger in tierischen Lebensmitteln vorkommen, zeigen vegetarisch und vegan lebende Menschen im Durchschnitt niedrigere Taurin-Spiegel im Körper. Das hat keine negativen Auswirkungen auf die Entwicklung der Kinder von vegan lebenden Müttern. Taurin wird auch synthetisch hergestellt und liegt dann als weißes Pulver vor.
Was ist die primäre Funktion von Taurin im Körper?
Taurin ist an einigen Vorgängen im Stoffwechsel beteiligt. Klar definiert sind nur wenige Rollen der Substanz, die in beinahe allen Zellen von Tieren vorkommt. Zu den bekannten Aufgaben von Taurin gehört die Bildung der Taurocholsäure in der Leber, die ein wichtiger Bestandteil der Gallensäure ist und damit zur Verdauung von Fett beiträgt.Wichtig ist Taurin zudem für die Entwicklung und die Funktion von Gehirn, Nervensystem und Signalübertragung. Prä- und postnatale Entwicklung unter Taurinmangel führt zu Netzhautanomalien und Entwicklungsstörungen des Hirnstamms. Als Osmoregulator steuert Taurin die Membranbindung von Kalzium und die Membranbewegung von Kalium und Natrium, wirkt dabei als Neuromodulator und ist so unverzichtbar für die Funktion des Gehirns, der Muskeln, des Bewegungsapparates und der Herzmuskulatur.Beim Herzen wirkt Taurin anti-arrhythmisch und unterstützt einen stetigen, normalen Herzschlag. Taurin wirkt als starkes Antioxidans und vermindert oxidativen Stress, vermutlich durch die Regulation antioxidativer Enzyme, und unterstützt den Körper bei Entzündungsprozessen.
Welche Vorteile hat die Ergänzung mit Taurin?
Aufgrund der bekannten Funktionen von Taurin überprüfen Forscher, ob es leistungssteigernde Wirkungen für geistige und körperliche Tätigkeiten vermittelt. Auch potentielle Effekte auf die Herz-Kreislauf-Gesundheit, die Augengesundheit, das Immunsystem, die allgemeine Vitalität, die Energiebereitstellung oder die Stress-Resilienz stehen im Zentrum des Interesses.In der Vergangenheit war die Beweislage für die Wirkung der Ergänzung dürftig. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit EFSA konnte keine dieser Wirkungen durch die Einnahme als Nahrungsergänzung validieren. Unabhängig der Forschungsergebnisse setzen Konsumenten Taurin häufig wie oder mit Koffein ein, um damit die geistige und die physische Leistungsfähigkeit zu steigern.Neuere Metaanalysen liefern jedoch erste handfeste Belege, dass Taurin in Tagesdosen von 1-6 g beim Sport die Ausdauer verbessern, DNA-Schäden und den Laktatspiegel verringern kann. In geringer Dosierung von 0,05 g Taurin konnten Einzelgaben direkt vor dem Widerstandstraining die muskuläre Erschöpfung vermindern und das antioxidative Potential erhöhen.Auch bei diversen Krankheitszuständen, die durch einen vermehrten Verbrauch von Taurin gekennzeichnet sein können, erwies sich die Supplementation mit Taurin als nützlich. So konnte Taurin den Blutdruck dosisabhängig reduzieren und in ersten Versuchen seinen Nutzen für Diabetes-Patienten demonstrieren.Weil im Zusammenhang mit der Einnahme von taurinhaltigen Energy Drinks in Kombination mit Alkohol oder Sport Herzrhythmusstörungen, Nierenversagen oder Todesfälle auftraten, empfiehlt das Bundesinstitut für Risikobewertung BfR, dass Kinder, Schwangere und Stillende auf die Einnahme von Energydrinks verzichten sollten. Ein kausaler Zusammenhang konnte bislang laut BfR nicht bewiesen werden. In klinischen Versuchen nahmen Probanden 10 g Taurin täglich für 6 Monate oder 1 g Taurin täglich für ein Jahr ein, ohne bedenkliche Nebenwirkungen. Die Einnahme von 3 g Taurin am Tag gilt als sicher und verträglich.
Quellen
Weiterführende Informationen sowie Studien über den Wirkstoff Taurin finden Sie hier.
The Effects of an Oral Taurine Dose and Supplementation Period on Endurance Exercise Performance in Humans: A Meta-Analysiswww.pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/29546641
The Effects of Oral Taurine on Resting Blood Pressure in Humans: a Meta-Analysiswww.pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/30006901
The role of taurine on chemotherapy-induced cardiotoxicity: A systematic review of non-clinical studywww.pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/33275984
Risk assessment for the amino acids taurine, L-glutamine and L-argininewww.pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/18325648
Was ist Selen?
Für den Menschen ist Selen ein essentielles Spurenelement, das über die Nahrung zugeführt werden muss. Der Entdecker benannte es nach der Mondgöttin Selene, weil es silbern glänzt. Die USA empfahl die Zufuhr von Selen 1989 als erstes.Selen verfügt über eine u-förmige Risikokurve: Gute Versorgung schützt, Über- oder Unterversorgung erhöht das Risiko für Krebs, Diabetes oder kardiovaskuläre Ereignisse. Da der Körper Selen auch über den Atem ausscheidet, führt eine Überversorgung oder Selenvergiftung - die Selenose - neben Haarverlust und Müdigkeit auch zum sogenannten Knoblauchatem.
Wo kommt Selen natürlicherweise vor?
Selen ist ein Mineralstoff, der in der Erdkruste vorkommt, aber auch auf dem Mond oder Meteoriten festgestellt wurde. In Lebensmittel gelangt Selen, weil Pflanzen es aus dem Boden aufnehmen. Die Selengehalte der Böden auf der Erde unterscheiden sich jedoch gewaltig. Manche Böden sind annähernd frei von Selen, andere liefern Pflanzen und Früchte, die signifikante Mengen Selen enthalten.Paranüsse, Samen, Innereien und Pilze sind für ihren überdurchschnittlich hohen Selengehalt bekannt. Aufgrund der starken Schwankungen im Selengehalt ist die Versorgung über Nahrungsmittel jedoch nicht sicher. So kann eine Paranuss, je nach Anbaugebiet und Boden, nur einen unbedeutenden Teil der Tagesversorgung abdecken oder hohe, toxische Mengen Selen enthalten.Daher kommt es für die Versorgung mit Selen über Nahrungsmittel primär auf den Anbauort und den Boden an. Europäische Böden gelten als ausgesprochen selenarm. Dennoch ist Finnland seit 1985 die einzige Nation in Europa, die Mineraldünger mit Selen anreichert, um es in Böden und Nahrungsmittel zu bekommen. Der Selengehalt von Weizen oder Zwiebeln aus Finnland hat sich dadurch mehr als verzehnfacht.
Was ist die primäre Funktion von Selen im Körper?
Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit sieht es wissenschaftlich als erwiesen an, dass Selen zum Schutz vor oxidativem Stress, zur normalen Funktion des Immunsystems, der Schilddrüse und der Spermatogenese beiträgt. Eine gute Versorgung mit Selen reduziert das Risiko für Fehlgeburten, optimiert die Fruchtbarkeit und die Schilddrüsenfunktion. In der Schilddrüse ist Selen wichtig für die Funktion der Schilddrüsenhormone T3 und T4.Selen ist als Bestandteil der Aminosäure Selenocystein wichtig für die Funktion einiger Enzyme, beispielsweise des Selenoproteins Glutathionperoxidase. Dort trägt Selen zur Aufrechterhaltung des oxidativen Gleichgewichts bei, zwischen reaktiven Sauerstoffspezies (ROS), die durch Zellatmung oder Umwelteinflüsse entstehen und körpereigenen Antioxidantien wie Glutathion oder Vitamin C aus der Nahrung. Diese Rolle von Selen ist die Ursache vieler Selenmangelsymptome und ein Grund, weshalb der Selenbedarf bei Erkrankungen wie AIDS, Krebs oder Hepatitis ansteigen kann. Entsprechend profitieren Menschen mit chronischen Erkrankungen potenziell von einer erhöhten Selenzufuhr.
Welche Vorteile hat die Ergänzung mit Selen?
Weil der Selengehalt in Lebensmitteln sehr stark schwankt, besteht eine unsichere Versorgungslage in der Bevölkerung. Circa ein Drittel der Europäer nimmt zu wenig Selen auf. Das macht Selen als Supplement interessant. Denn Übersichtsarbeiten aus der Wissenschaft zeigen, dass eine gute Versorgung mit Selen das Risiko für Krebs und kardiovaskuläre Erkrankungen mindert, aber auch entzündungshemmend und antiviral wirkt.Die Zufuhrempfehlung für Selen wird aus der Konzentration des Selentransporters im Blut und dem Einfluss auf die Sterblichkeit abgeleitet. Denn Forscher nehmen an, dass die ideale Plasmakonzentration von Selen dann erreicht ist, wenn das Transport-Protein von Selen im Blut maximal konzentriert ist. Das ist bei 110-130 Mikrogramm Selen je Liter der Fall. Ab Plasmakonzentrationen von über 150 Mikrogramm je Liter stieg das Sterblichkeitsrisiko in Studien wieder an.Die Idealkonzentration von 110-130 Mikrogramm je Liter erreichen viele Menschen durch die Einnahme von circa 1 Mikrogramm Selen je Kilogramm Körpergewicht. Das entspricht den Zufuhrempfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE). Die EFSA legt die zulässige Höchstmenge für die Aufnahme von Selen bei 300 Mikrogramm je Tag fest.Der relativ schmale Bereich einer optimalen Selenversorgung - und toxische Effekte schon bei leichter Überversorgung - legen eine gewissenhafte Kontrolle bei der Einnahme von Selen nahe. Entsprechend empfiehlt das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) eine maximale tägliche Zufuhr von 45 Mikrogramm durch Nahrungsergänzungsmittel. Auch Beobachtungen bei Nutztieren und widersprüchliche Studienergebnisse zum Erkrankungsschutz deuten darauf hin, dass Selen in zu hohen Konzentrationen nicht mehr nutzt, sondern das Erkrankungsrisiko erhöht. So minimiert eine gute Selenversorgung das Risiko an Diabetes-Typ-2 zu erkranken, sehr niedrige oder hohe Blutwerte erhöhen das Risiko jedoch.Durch diesen u-förmigen Verlauf der Risikoreduktion gilt auch bei Selen, mehr hilft nicht mehr. Das Beispiel einer 50-Jährigen, die um bis zu 50-fach erhöhte Selenspiegel im Körper und dadurch Seh- und Gedächtnisstörungen hatte, weil sie das Immunsystem stärken wollte, zeigt: besonders bei Selen macht die Dosis das Gift.
Quellen
Weiterführende Informationen sowie Studien über den Wirkstoff Selen finden Sie hier.
Selenium in the environment, metabolism and involvement in body functionswww.pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/23486107
Selenium and brain function: a poorly recognized liaisonwww.pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/15210302
Brazilian nut consumption improves selenium status and glutathione peroxidase activity and reduces atherogenic risk in obese womenwww.pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/22749175
Selenium deficiency, thyroid hormone metabolism, and thyroid hormone deiodinaseswww.pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/8427195
Scientific Opinion on the substantiation of health claims related to selenium and maintenance of normal hair (ID 281), maintenance of normal nails (ID 281), protection against heavy metals (ID 383), maintenance of normal joints (ID 409), maintenance of normal thyroid function (ID 410, 1292), protection of DNA, proteins and lipids from oxidative damage (ID 410, 1292), and maintenance of the normal function of the immune system (ID 1750) pursuant to Article 13(1) of Regulation (EC) No 1924/2006www.efsa.europa.eu/en/efsajournal/pub/1727
Natural variation of selenium in Brazil nuts and soils from the Amazon regionwww.pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/28923728
Was ist Quercetin?
Quercetin ist ein natürlicher Farbstoff, der zur Gruppe der Polyphenole und Flavonoide gehört. Die Bezeichnung leitet sich ab von „quercus“, lateinisch für Eiche, weil der gelbe Naturfarbstoff aus der Färber-Eiche gern zum Gelbfärben verwendet wurde. Für die Pflanzen ist Quercetin wichtig bei der Bekämpfung von oxidativem Stress, der auch bei uns Menschen zu Schäden führen kann und mit vielen chronischen Krankheiten assoziiert ist. Daher wird Quercetin auf ähnliche Effekte im Menschen untersucht.
Wo kommt Quercetin natürlicherweise vor?
Quercetin ist als Flavonoid ein Pflanzenfarbstoff, der vielerorts im Pflanzenreich vorkommt und häufig die Blüten und Schalen der Früchte färbt. Entsprechend hoch ist seine Konzentration in ungeschältem Gemüse und Obst, wie Zwiebeln, Johannisbeeren oder Äpfeln. Aufgrund des hohen Gehalts von Quercetin in Eichenholz, in der Schale roter Trauben und der Lagerung von Wein in Eichenfässern enthält Rotwein Quercetin.Im Reich der Pflanzen haben Flavonoide viele Aufgaben. Sie färben ein und locken dadurch Bestäuber an, sie schmecken adstringierend und vertreiben Frassfeinde, schützen die pflanzlichen Zellen vor oxidativer Zerstörung durch das UV-Licht der Sonne oder verhindern die Besiedlung der Blätter durch antibakterielle, antivirale und antifungale Wirkungen. Menschen nehmen Quercetin täglich durch die Nahrung auf, im Durchschnitt ein halbes Gramm am Tag.
Was ist die primäre Funktion von Quercetin im Körper?
Früher ging man davon aus, dass Quercetin und andere Flavonoide ihre Wirkung hauptsächlich durch die antioxidativen Eigenschaften, wie die Bindung reaktiver Sauerstoffspezies (ROS), entfalten. Heute weiß man, dass Stoffe dieser Gruppe zusätzlich gefäßerweiternd wirken, Blutverklumpung entgegenwirken und schon die Enzyme hemmen, die ROS entstehen lassen.Quercetin reguliert zudem Entzündungen, indem es die Signalweiterleitung steuert, entzündliche Enzyme (COX-Enzyme) hemmt oder bestimmte Zellen des Immunsystems stimuliert. Das führt zur Verringerung der messbaren Entzündungsbotenstoffe, wie der Prostaglandine. Diese Effekte von Quercetin sollen helfen können, das bei einer Krankheit aus den Fugen geratene Gleichgewicht im Körper wiederherzustellen, oder gar der Entstehung des Ungleichgewichts vorzubeugen. In der Tat belegen In-Vivo-Studien den positiven Einfluss von Quercetin auf Herz-Kreislauf-Erkrankungen, verschiedene Krebsarten und Stoffwechselstörungen.
Vorteile
steigert körperliche und mentale Fähigkeiten
vermindert Risiko für Verletzungen
steigert den Aufbau von Muskelmasse bei hochintensiven Tätigkeiten
Welche Vorteile hat die Ergänzung mit Quercetin?
Epidemiologische Untersuchungen zeigen den positiven Effekt von Flavonoiden wie Quercetin auf das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und die damit verbundene Sterblichkeit. Eine Metaanalyse von 7 Studien mit insgesamt 587 Probanden fand bei Quercetin-Dosen über 500 mg täglich einen signifikant positiven Effekt auf den Blutdruck, einen wichtigen Risikofaktor bei der Entwicklung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Weitere systematische Übersichtsarbeiten von klinischen Versuchen mit Menschen bestätigten den vorteilhaften Effekt auf Bluthochdruck und Blutfettwerte, wenn Quercetin länger als 8 Wochen eingenommen wurde. Selbst bei Menschen, deren Blutdruck im normalen Bereich lag, führte Quercetin zu einer Reduktion.In der Analyse präklinischer Studien zeigte Quercetin einen potenten Effekt auf virale Atemwegsinfektionen, indem es die Viruslast, die Menge pro-entzündlicher Stoffe, die Schleimprodukten und die Sterblichkeit verringerte. Weil Quercetin eine für das Virus SARS-CoV-2 wichtige Protease hemmt, untersuchten Forscher auch, inwiefern Quercetin die Vermehrung des Corona-Virus hemmt. Erste Studien mit menschlichen Probanden zeigten, dass Quercetin die Zeit bis zur Genesung und den Aufenthalt im Krankenhaus verkürzen und die Menge der Entzündungsmarker im Blut verringern kann.Auch im Bereich Diabetes, Alzheimer und Krebs ist Quercetin vielversprechend. In Tiermodellen verbesserte Quercetin die Nierenfunktion, schwächte Entzündungsreaktionen in den Nieren bei Diabetes ab oder zeigte neuroprotektive Effekte bei Alzheimer. Präklinische Studien liefern schlüssige Belege für den krebshemmenden Effekt von Quercetin. In vielen Fällen sind die Beweise für die Anwendung beim Menschen noch zu erbringen.In den meisten klinischen Studien wurde Quercetin in Dosierungen von 100 mg bis 1.000 mg über bis zu drei Monate täglich verabreicht, wobei es als gut verträglich und allgemein sicher eingestuft wurde. Über diesen Zeitraum hinaus fehlen bislang Erkenntnisse zur sicheren Anwendung beim Menschen. Es gibt jedoch Erkenntnisse aus Tiermodellen, dass Quercetin in höheren Dosierungen und bei längerer Verabreichung eine merkliche Leber- oder Nieren-Toxizität aufweisen, Östrogen-abhängigen Krebs fördern oder die Wirksamkeit anderer Medikamente beeinflussen könnte.
Quellen
Weiterführende Informationen sowie Studien über den Wirkstoff Quercetin finden Sie hier.
Quercetin Suppresses Cyclooxygenase-2 Expression and Angiogenesis through Inactivation of P300 Signalingwww.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC3152552
Time-dependent protective and harmful effects of quercetin on 6-OHDA-induced toxicity in neuronal SH-SY5Y cellswww.pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/18756631
Comparative mutagenic effects of structurally similar flavonoids quercetin and taxifolin on tester strains Salmonella typhimurium TA102 and Escherichia coli WP-2 uvrAwww.pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/19326464
Effect of quercetin supplementation on plasma lipid profiles, blood pressure, and glucose levels: a systematic review and meta-analysiswww.pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/31940027
Quercetin and endurance exercise capacity: a systematic review and meta-analysiswww.pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/21606866
The Effects of Quercetin Supplementation on Blood Pressure - Meta-Analysiswww.pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/35948195
Quercetin and ovarian cancer: An evaluation based on a systematic reviewwww.pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/27904580
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