Stilbene wie Pterostilben werden ausschließlich von Pflanzen hergestellt. Die einzige Ausnahme ist ein Stilben, das von einem Bakterium synthetisiert wird. Wir nehmen diese Stoffe mit der Nahrung auf und es wird vermutet, dass Stilbene auf diese Weise ihre Wirksamkeit im Körper entfalten.
Viele Studien, die Forscher mit In-Vitro- und In-Vivo-Modellen durchgeführt haben, deuten das antioxidative Potenzial von Pterostilben zur Vorbeugung und Behandlung von Erkrankungen wie Krebs, Diabetes oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen an.
Blaubeer-Extrakt mit Pterostilbenen verhinderte in Versuchen beispielsweise das Wachstum und die Metastasierung von Brustkrebszellen, Speiseröhrenkrebs oder Darmkrebs und schützte gar Mäuse-Nachkommen vor Krebs. Einige Studien zeigten, dass Blaubeeren mit Pterostilben kardioprotektiv wirken und durch gesteigertes antioxidatives Potenzial Atherosklerose eindämmen. Auch die normalisierende Wirkung von Blaubeeren auf den Blutzucker soll von Pterostilben ausgehen, das in Versuchen den durchschnittlichen Blutzuckerspiegel um mehr als 50 % und den Blutmarker HbA1c massiv reduzieren konnte.
- kann besser als Resveratrol vom Körper aufgenommen werden
- kann die Entstehung reaktiver Sauerstoffspezies vermindern
- kann oxidativen Stress verhindern
Welche Vorteile hat die Ergänzung mit Pterostilben?
Pterostilben ist interessant, weil es eine ähnliche Wirkung wie Resveratrol zeigt, aber besser vom Körper aufgenommen werden kann. Es zeigt vergleichbare antientzündliche, antioxidative und krebsbekämpfende Wirkungen, der menschliche Körper kann es jedoch viermal besser aufnehmen als andere Stilbene wie Resveratrol.
Präklinische Studien zeigen, dass Pterostilben die Entstehung reaktiver Sauerstoffspezies vermindern und gleichzeitig die Bereitstellung körpereigener Antioxidantien wie Glutathion verbessern kann. Auf diese Weise soll es auch als Nahrungsergänzungsmittel helfen, ein Ungleichgewicht zwischen ROS und antioxidativem Potenzial zugunsten von oxidativem Stress zu verhindern und damit der Entstehung vieler Zivilisationskrankheiten vorbeugen.
Gleichzeitig vermittelt Pterostilben viele andere, mitunter komplizierte Effekte, die chronischen Krankheiten vorbeugen sollen. Bei Laborversuchen zu Krebs beispielsweise führte es zum programmierten Zelltod der Krebszellen, bei Atherosklerose verhinderte es aber den programmierten Zelltod von Gefäßzellen, um die Bildung von Plaques zu unterbinden.
Es stellt sich die Frage, ob die Ergebnisse aus den Laborstudien auch für die Anwendung beim Menschen gelten. Ein Versuch mit Probanden, die unter hohen Blutfettwerten litten, zeigte, dass die Behandlung mit reinem Pterostilben die Werte für LDL-Cholesterin weiter erhöhte, während die Konzentration von HDL-Cholesterin abnahm.
Resveratrol wird seit 2007 von der US-amerikanischen Behörde FDA als sicher anerkannt, mittlerweile deuten einige klinische Studien die Sicherheit von Pterostilben für Dosierungen bis zu 250 mg täglich an.
Quellen
Weiterführende Informationen sowie Studien über den Wirkstoff Pterostilben finden Sie hier.
A Review of Pterostilbene Antioxidant Activity and Disease Modification
www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC3649683
Blackberry, black raspberry, blueberry, cranberry, red raspberry, and strawberry extracts inhibit growth and stimulate apoptosis of human cancer cells in vitro
www.pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/17147415
Development of a reversed phase high performance liquid chromatography method based on the use of cyclodextrins as mobile phase additives to determine pterostilbene in blueberries
www.pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/21482204
Identification of pterostilbene as a phytoalexin from Vitis vinifera leaves
www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0031942200914705
Pharmacokinetics, oral bioavailability, and metabolic profile of resveratrol and its dimethylether analog, pterostilbene, in rats
www.pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/21116625
Analysis of safety from a human clinical trial with pterostilbene
www.pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/23431291