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Inhaltsstoff-Glossar
Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit EFSA hat bislang keine Gesundheitsaussagen für Glutamin als Nahrungsergänzungsmittel zugelassen. Zu widersprüchlich waren die Daten aus klinischen Studien. Diese Einschätzung liegt allerdings einige Jahre zurück, seitdem wurde neue Forschung zur Wirkung der Supplementierung mit Glutamin durchgeführt.
Forscher testeten die Hypothese, dass Glutamin-Gaben bei erhöhten Entzündungswerten das Absenken der intrazellulären Glutamin-Konzentrationen verhindert und damit den Gesundheitszustand verbessert. In wenigen Studien brachte die Glutaminsupplementierung Vorteile für Patienten. Besonders Patienten mit schweren Entzündungen profitierten von einer geringeren Infektionsrate oder einem verkürzten Krankenhausaufenthalt. Eine auf 6 Monate ausgelegte klinische Studie mit 1200 schwerkranken Patienten stellte jedoch in Frage, dass die Glutamin-Gabe in jedem Krankheitsfall nützlich ist. Die Einnahme von Glutamin resultierte in einer signifikant erhöhten Sterblichkeit für die Patienten. Daher diskutieren Forscher darüber, ob es sich bei der Verringerung des Glutamin-Spiegels im Körper um einen Mangel oder eine Anpassung handelt.
Gegen die Einnahme von Glutamin spricht zudem, dass viele Krebsarten von Glutamin abhängig sind. Krebszellen nutzen meist deutlich mehr Glutamin als die eigenen Körperzellen. Nährmedien in Laborversuchen enthalten hohe Glutamin-Konzentrationen, um Tumorzellen zu züchten und untersuchen zu können.
In Bezug auf die Effekte beim Sport konnte die Glutaminsupplementierung in klinischen Studien die Ermüdung verringern, die Synthese von Glykogen und die Regeneration verbessern, die Ausschüttung von Cortisol nach dem Training verringern oder zu einer verringerten Ansammlung giftiger Stoffwechselprodukte, wie Ammoniak, beitragen. Doch gerade in Bezug auf Leistung und Muskelaufbau sind die Beobachtungen aus Studien widersprüchlich.
Einige Studien fanden positive Effekte der Supplementierung von Glutamin bei älteren Menschen, indem sie die Leistung der Beinmuskulatur und anderer Parameter bei der Bewegung steigern konnte. Insgesamt ist Glutamin ein interessantes Langlebigkeitsmolekül, da Forscher vermuten, dass die Versorgung der Zellen mit Glutamin im Alter nicht mehr ausreichen könnte.
Viele Studien nutzten gut verträgliche Dosierungen von 5 g bis 15 g Glutamin täglich. Dass es auch bei der Dosierung noch Forschungsbedarf gibt, zeigen weitere widersprüchliche Ergebnisse. Eine wissenschaftliche Übersicht kam zu dem Schluss, dass hohe Mengen Glutamin von 40 g täglich den Aminosäure-Stoffwechsel beeinträchtigen oder die eigene Glutamin-Synthese stören könnten. Dagegen empfehlen Mediziner an anderer Stelle die Gabe von 0,3-0,5 g Glutamin je Kilogramm Körpergewicht im klinischen Alltag – was bei 80 Kilogramm Körpergewicht einer Dosis von 40 g entspräche.
Weiterführende Informationen sowie Studien über den Wirkstoff Glutamin finden Sie hier.
Assessment of the safety of glutamine and other amino acids
www.pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/11533313
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