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Inhaltsstoff-Glossar
Ärzte nutzen die entgiftende Wirkung von Acetylcystein und Glutathion bei Vergiftungen mit Paracetamol. Wenn die Leber Paracetamol durch Cytochrom-P450-Enzyme abbaut, entsteht ein giftiges Abbauprodukt, das Leberzellen schädigt. Das ist kritisch, wenn Anwender empfohlene Tagesdosen Paracetamol überschreiten und die Glutathionspeicher erschöpft sind. Glutathion kann das giftige Paracetamol-Abbauprodukt binden und es dem Urin zur Ausscheidung zuführen.
Oral eingenommen soll Acetylcystein zähflüssigen Schleim lösen und Husten lindern. Das Sekret, das die Bronchien bilden, besteht aus Polysacchariden. Disulfidbrücken halten diesen Schleim zusammen. Weil Acetylcystein durch das Cystein über eine Schwefelgruppe verfügt, kann es mit dieser bestehende Disulfidbrücken auflösen. So soll Acetylcystein den Schleim lösen und auswurffördernd wirken. Die Belege aus der Wissenschaft für diesen Effekt sind allerdings nicht eindeutig. Eine alternative Hypothese für die lindernde Wirkung auf den Husten ist ein entzündungshemmender Effekt. Durch die Schwefelgruppe kann Acetylcystein Radikale binden, die durch Oxidation Schaden anrichten und entzündungsfördernde Transkriptionsfaktoren aktivieren würden.
Langlebigkeitsforscher nehmen an, dass mitochondriale Dysfunktion und ein überhöhtes oxidatives Potenzial in den Zellen zu vorzeitiger Alterung beitragen. Diese Faktoren erhöhen das Risiko für chronische Erkrankungen wie Krebs, Diabetes Typ 2 oder Atherosklerose. Glutathion sorgt für die Balance natürlich vorkommender ROS in den Zellen. Es trägt dazu bei, die Funktion der Mitochondrien zu erhalten und die Risiken für ROS-bedingte Erkrankungen zu reduzieren.
Die Bioverfügbarkeit von oral zugeführtem herkömmlichem Glutathion ist relativ gering. Daher ist orales Acetylcystein ein Weg, den körpereigenen Glutathionspeicher durch die Verfügbarkeit seines Baustoffes Cystein anzukurbeln. Beliebt und laut einiger randomisierter Studien wirksam ist die Kombination von NAC mit Glycin, einem weiteren Baustein von Glutathion.
Oral eingenommen gilt Acetylcystein als ungiftig. Die therapeutische Dosis von Acetylcystein beträgt 0,4-0,6 g je Tag. Laut der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit kann es bei Überschreitung dieser Dosis bei sensitiven Personen zu Magen-Darm-Beschwerden kommen. Bei der intravenösen Anwendung von Acetylcystein kam es in der Vergangenheit vereinzelt zur Überdosierung und schweren Nebenwirkungen.
Weiterführende Informationen sowie Studien über den Wirkstoff N-Acetyl-Cystein finden Sie hier.
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