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Inhaltsstoff-Glossar
Weil der Selengehalt in Lebensmitteln sehr stark schwankt, besteht eine unsichere Versorgungslage in der Bevölkerung. Circa ein Drittel der Europäer nimmt zu wenig Selen auf. Das macht Selen als Supplement interessant. Denn Übersichtsarbeiten aus der Wissenschaft zeigen, dass eine gute Versorgung mit Selen das Risiko für Krebs und kardiovaskuläre Erkrankungen mindert, aber auch entzündungshemmend und antiviral wirkt.
Die Zufuhrempfehlung für Selen wird aus der Konzentration des Selentransporters im Blut und dem Einfluss auf die Sterblichkeit abgeleitet. Denn Forscher nehmen an, dass die ideale Plasmakonzentration von Selen dann erreicht ist, wenn das Transport-Protein von Selen im Blut maximal konzentriert ist. Das ist bei 110-130 Mikrogramm Selen je Liter der Fall. Ab Plasmakonzentrationen von über 150 Mikrogramm je Liter stieg das Sterblichkeitsrisiko in Studien wieder an.
Die Idealkonzentration von 110-130 Mikrogramm je Liter erreichen viele Menschen durch die Einnahme von circa 1 Mikrogramm Selen je Kilogramm Körpergewicht. Das entspricht den Zufuhrempfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE). Die EFSA legt die zulässige Höchstmenge für die Aufnahme von Selen bei 300 Mikrogramm je Tag fest.
Der relativ schmale Bereich einer optimalen Selenversorgung - und toxische Effekte schon bei leichter Überversorgung - legen eine gewissenhafte Kontrolle bei der Einnahme von Selen nahe. Entsprechend empfiehlt das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) eine maximale tägliche Zufuhr von 45 Mikrogramm durch Nahrungsergänzungsmittel. Auch Beobachtungen bei Nutztieren und widersprüchliche Studienergebnisse zum Erkrankungsschutz deuten darauf hin, dass Selen in zu hohen Konzentrationen nicht mehr nutzt, sondern das Erkrankungsrisiko erhöht. So minimiert eine gute Selenversorgung das Risiko an Diabetes-Typ-2 zu erkranken, sehr niedrige oder hohe Blutwerte erhöhen das Risiko jedoch.
Durch diesen u-förmigen Verlauf der Risikoreduktion gilt auch bei Selen, mehr hilft nicht mehr. Das Beispiel einer 50-Jährigen, die um bis zu 50-fach erhöhte Selenspiegel im Körper und dadurch Seh- und Gedächtnisstörungen hatte, weil sie das Immunsystem stärken wollte, zeigt: besonders bei Selen macht die Dosis das Gift.
Weiterführende Informationen sowie Studien über den Wirkstoff Selen finden Sie hier.
Selenium and brain function: a poorly recognized liaison
www.pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/15210302
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