Biotin ist ein wichtiger Co-Faktor für einige Enzyme - sogenannte Carboxylasen – die wichtig für den Stoffwechsel von Glukose, Aminosäuren und Fettsäuren sind. Es ist entscheidend beteiligt an der Herstellung von Fettsäuren und nimmt damit auch Einfluss auf den Stoffwechsel des Immunsystems.
Eine andere, wichtige Rolle erfüllt Biotin, indem es gewisse Gene im Zellkern durch epigenetische Mechanismen in Schach hält. Durch die Bindung an Histone - das sind große Verpackungseinheiten, die das Erbgut beinhalten - kann Biotin die Genfunktion von entzündungsfördernden Genen regulieren. Indem es ganz einfach ihre Übersetzung von der Information des Erbguts bis in funktionsfähige Entzündungsbotenstoffe, wie TNF-alpha oder verschiedene Zytokine, verhindert. Aus diesem Grund besitzt Biotin entzündungshemmende Eigenschaften.
Falls es zu einem Biotinmangel kommt, wird die Übersetzung des Erbguts dieser Gene in entzündungsfördernde Botenstoffe gestartet. Biotinmangel verursacht demnach Entzündungsreaktionen durch verstärkte Sekretion von Zytokinen und trägt zur vorzeitigen, biologischen Alterung bei.
Ein Grund, weshalb der Bedarf schwer zu ermitteln ist, kann die Produktion von Biotin durch Bakterien der körpereigenen Darmflora sein. Verschiedene Bakterienspezies produzieren selbst Biotin, andere brauchen es zum Leben. Biotin kann also die Zusammensetzung der Darmflora beeinflussen. Ein Biotinmangel kann daher zu einem Ungleichgewicht in der Darmflora führen, ungünstige Bakterienspezies fördern und zu Haarausfall führen.
- wichtiger Co-Faktor für einige Enzyme
- entscheidend beteiligt an der Herstellung von Fettsäuren
Welche Vorteile hat die Ergänzung mit Biotin?
Biotin gilt als sicher, selbst bei 100-facher Menge im Vergleich zu den Empfehlungen der Ernährungsgesellschaften. In mehreren Studien nahmen Probanden 10 mg bis 50 mg Biotin täglich für mehrere Monate oral ein, ohne dass schädliche Nebenwirkungen auftraten.
Der menschliche Darm hat im Dünndarm als auch im Dickdarm Rezeptoren, die Biotin aufnehmen können. Bei sehr hohen Mengen, die nur durch Ergänzungen erreicht werden können, gelangt das Biotin über die passive Diffusion in die Zellen des Körpers.
Besonders bei Zuständen, in welchen ein Biotinmangel wahrscheinlich ist – durch Alkoholismus, bestimmte Medikamente, genetische Faktoren oder rohes Eiweiß der Eier - kann die Zufuhr von Biotin einem Mangel vorbeugen. In Versuchen konnte die Ergänzung durch Biotinmangel bedingten Haarausfall stoppen.
Quellen
Weiterführende Informationen sowie Studien über den Wirkstoff Biotin finden Sie hier.
Biotin
www.pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/19319844
Dietary Reference Intakes for Thiamin, Riboflavin, Niacin, Vitamin B6, Folate, Vitamin B12, Pantothenic Acid, Biotin, and Choline
www.ncbi.nlm.nih.gov/books/NBK114310/toc/?report=reader
Scientific Opinion on Dietary Reference Values for biotin
www.efsa.europa.eu/de/efsajournal/pub/3580
Biological functions of biotinylated histones
www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0955286305000987
Regulation of gene expression by biotin☆ (review)
www.sciencedirect.com/science/article/pii/S095528630300130X
Biotin deficiency enhances the inflammatory response of human dendritic cells
www.journals.physiology.org/doi/full/10.1152/ajpcell.00141.2016
Intestinal Dysbiosis and Biotin Deprivation Induce Alopecia through Overgrowth of Lactobacillus murinus in Mice
www.cell.com/cell-reports/fulltext/S2211-1247(17)31036-7