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  • May 25, 2020
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Artikel-Tag: Gesundheit
  • Roman Kacer
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Liebe ist nicht nur ein Gefühl, sondern kann auch ein wichtiger Faktor für Gesundheit, Wohlbefinden und Langlebigkeit sein. Der Beitrag zeigt, wie Partnerschaft, Freundschaft, familiäre Nähe und Selbstliebe Körper und Psyche stärken können. Dabei spielen soziale Bindungen, Stressreduktion, Herzgesundheit und Hormone wie Oxytocin, Dopamin und Endorphine eine zentrale Rolle. So wird deutlich: Wer Liebe schenkt, Nähe zulässt und Beziehungen bewusst pflegt, investiert nicht nur in emotionale Erfüllung, sondern auch in ein längeres und gesünderes Leben.
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  • May 25, 2020
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Vitamin B6
Was ist Vitamin B6? Vitamin B6 ist nicht ein Molekül, sondern eine Gruppe sogenannter Vitamere – bestehend aus Pyridoxin, Pyridoxal und Pyridoxamin -, die als Gemeinsamkeit Pyridoxalphosphat enthalten. Pyridoxalphosphat ist ein wichtiger Cofaktor in allen tierischen Organismen und muss von außen zugeführt werden.Der Ungar Paul Gyorgy entdeckte das Vitamin bei der Erforschung des Vitamin-B-Komplexes 1934 und gab ihm den Namen Vitamin B6. Als Cofaktoren sind die B6-Derivate essentiell für mehr als 150 enzymatische Reaktionen im Körper und entscheidend am Stoffwechsel der Aminosäuren oder dem Abbau von Kohlenhydraten beteiligt. Wo kommt Vitamin B6 natürlicherweise vor? Ein Vitamin B6-Mangel ist selten, da die B6-Vitamere – die Gruppe der Pyridoxalphosphat-Derivate – in vielen Lebensmitteln vorkommen. Im Durchschnitt nehmen Menschen in Deutschland mehr Vitamin B6 auf, als zur Versorgung notwendig ist. Der guten Versorgung in der Bevölkerung zuträglich ist die durchgehend hohe biologische Verfügbarkeit der Derivate von circa 70 %, die der Körper frei ineinander überführen kann. Das meiste Vitamin B6 im Körper liegt in Leber und Muskulatur gebunden vor, nur 0,1 % zirkuliert im Blut.Lachs, Sardinen, Krebse, Sonnenblumenkerne und andere Samen, Nüsse wie Walnüsse, Sojabohnen, Hafer, Leber oder Kartoffelchips gehören zu den Lebensmitteln mit den höchsten B6-Gehalten. Zur Deckung des Tagesbedarfs an Vitamin B6 sind schon 31 g Haferflocken oder 13 g Flusskrebs ausreichend. Was ist die primäre Funktion von Vitamin B6 im Körper? Nach der Aufnahme der inaktiven Vitamin B6-Formen Pyridoxin, Pyridoxal und Pyridoxamin und deren Derivate wandelt der Körper diese in der Leber und im Dünndarm in die bioaktiven Formen Pyridoxalphosphat (PLP) und Pyridoxaminphosphat (PLM) um.Die Coenzymformen PLP und PLM sind an vielen enzymatischen Reaktionen im Aminosäure- und Homocystein-Stoffwechsel beteiligt und bei der Synthese von Nukleotiden. Die Coenzyme sind wichtig für die Funktion von Nervensystem, Immunabwehr und die Blutbildung. Im Nervensystem beispielsweise ist PLP ist an der Bildung und Funktion von Botenstoffen beteiligt. Die Umwandlung von L-Dopa in aktives Dopamin ist PLP-abhängig, so wie die Funktion des Serotonin-Rezeptors im Gehirn. Welche Vorteile hat die Ergänzung mit Vitamin B6? Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit EFSA hat bislang zehn gesundheitsbezogene Aussagen autorisiert, was einer soliden Beweislage aus wissenschaftlichen Studien entspricht. So soll Vitamin B6 beispielsweise zu einer normalen Funktion des Immunsystems beitragen. Ein Vitamin-B6-Mangel könnte dementsprechend zu einer gestörten Immunfunktion führen. Ob die Gabe von Vitamin B6 über den normalen Versorgungszustand hinaus zu einer Steigerung der Immunfunktion führt, ist von den EFSA-Claims nicht abgedeckt.Durch die wichtige Funktion von Vitamin B6 im Aminosäure-Stoffwechsel ist der Vitamin B6-Bedarf vom Proteinumsatz abhängig. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt die tägliche Einnahmemenge von 1,4 bis 1,6 mg für Männer und 1,2 mg für Frauen. Im Median nehmen Männer mit 1,8 mg und Frauen mit 1,5 mg Vitamin B6 täglich circa 130 % der Empfehlung ein.Zu den Risikogruppen für eine Unterversorgung mit Vitamin B6 gehören Menschen mit chronisch hohem Alkoholkonsum, Untergewicht, Raucher und ältere Menschen mit geringer Nahrungsaufnahme. Auch Menschen mit Nierenerkrankungen sind gefährdet. Zudem können bestimmte Medikamente wie L-Dopa den Bedarf erhöhen. Besonders diesen Personengruppen empfiehlt sich die kontrollierte Ergänzung mit B-Vitaminen, um einer Hypovitaminose, dem Mangelzustand, vorzubeugen.In Forschungsarbeiten beschäftigen sich Wissenschaftler mit der Wirkung der Vitamin B6-Einnahme auf Übergewicht oder Erkrankungen wie Krebs, Depression oder Herz-Kreislauf-Krankheiten. Bei Krebs zeigte die gute Vitamin-B6-Versorgung durch die Ernährung Vorteile, das galt jedoch nicht für Vitamin B6 aus Supplementen, eine B6-Hypervitaminose konnte Beobachtungen zufolge sogar das Risiko für Krebs erhöhen. Ähnlich ernüchternd sind Ergebnisse aus der Forschung zu Demenz, Autismus oder Depression.In der Kombination mit 2,25 g Leucin konnten 30 mg Vitamin B6 als Supplement den Fettverlust bei übergewichtigen Probanden um 34 g täglich erhöhen. Das Supplement wirkte sich negativ auf den Calciumgehalt in Fettzellen aus und die Forscher vermuteten, dass es dadurch dessen positiven Einfluss auf die Bildung von Fettzellen unterband.Vitamin B6 weist nur geringe Toxizität auf. Hypervitaminosen wurden in Tier- und Humanstudien mit neurotoxischen Effekten in Verbindung gebracht und traten nach langfristiger, mehrmonatiger Supplementierung mit 50 mg bis 500 mg täglich auf. Das Bundesinstitut für Risikobewertung legt daher 25 mg als obere Aufnahmegrenze (tolerable upper intake level; UL) fest und empfiehlt einen maximalen Gehalt von 3,5 mg Vitamin B6 in Nahrungsergänzungsmitteln. Insgesamt liegen nur unzureichende Daten bezüglich der Verträglichkeit von täglichen Dosierungen zwischen 10 mg und 200 mg Vitamin B6 vor. Quellen Weiterführende Informationen sowie Studien über den Wirkstoff Vitamin B6 finden Sie hier. The intestine plays a substantial role in human vitamin B6 metabolism: a Caco-2 cell modelwww.pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/23342087 Effects of pyridoxine on dreaming: a preliminary studywww.pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/11883552 Effects of a leucine and pyridoxine-containing nutraceutical on fat oxidation, and oxidative and inflammatory stress in overweight and obese subjectswww.pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/22822451 Adipogenic effect of calcium sensing receptor activationwww.pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/24005534 The calcium-sensing receptor promotes adipocyte differentiation and adipogenesis through PPARγ pathwaywww.pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/22038624
Autor des Artikels: Roman Kacer
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Alphaketoglutarat
Was ist Alphaketoglutarat? Für Alphaketoglutarat finden wir die Bezeichnung Alphaketoglutarsäure, auch die Darstellung mit griechischem Präfix: α-Ketoglutarat. In der Wissenschaft wird Alphaketoglutarat als Tumorsuppressor- oder Langlebigkeitsmolekül bezeichnet, das Menschen einfach von außen zuführen. Es soll den Menschheitstraum von verlängertem Leben und verbesserter Gesundheit Realität werden lassen. Zu den besser belegten Fakten gehört seine vielseitige Funktion im Energie-, Protein- und Entgiftungsstoffwechsel. Kalzium- oder Arginin-Salze von Alphaketoglutarat sind im Handel erhältlich. Grundsätzlich gilt Alphaketoglutarat als sicher und gut verträglich. Wo kommt Alphaketoglutarat natürlicherweise vor? Alphaketoglutarat ist eine endogene Substanz. Der Körper stellt sie exklusiv her, sie kommt nicht in Nahrungsmitteln vor. Grundsätzlich liegt Alphaketoglutarat in jeder Zelle des Körpers vor. In den Mitochondrien der Zelle bildet der Körper täglich bis zu 2 Kilogramm Alphaketoglutarat, das direkt im Citratzyklus weiterverarbeitet wird. Prinzipiell steigt die Menge Alphaketoglutarat in den Zellen nach dem Sport und beim Fasten und sinkt mit dem Alter.Alphaketoglutarat und Ammonium bilden Glutamat. Diese Synthese als auch die Rückreaktion katalysiert das Enzym namens Glutamatdehydrogenase. Der Körper nutzt das Gen für dieses Enzym speziell im Gehirn, der Netzhaut des Auges und den Hoden. Daher spielt diese Reaktion mit der Beteiligung von Alphaketoglutarat besonders in diesen Geweben eine Rolle. Was ist die primäre Funktion von Alphaketoglutarat im Körper? Zentral ist seine Rolle im Citratzyklus. Dieser arbeitet mit der Atmungskette zusammen, um den universellen biologischen Treibstoff Adenosintriphosphat (ATP) zu gewinnen. Alphaketoglutarat ist ein Zwischenprodukt im Energiestoffwechsel, der das Ziel hat, ATP aus Fettsäuren, Glukose oder Aminosäuren zu generieren.Im Stickstoffmetabolismus ist Alphaketoglutarat ein Baustein von Aminosäuren. Zusammen mit Ammonium bildet es erst Glutamat, aus dem der Körper weitere nicht essenzielle Aminosäuren aufbaut, wie beispielsweise Glutamin. Glutamat spielt eine entscheidende Rolle bei der Synthese von Glutathion, das als bedeutsames Antioxidans in jeder Zelle vorkommt. Selbst wirkt Alphaketoglutarat als Radikalfänger und Antioxidans, das stärker wirkt, als das für diese Eigenschaft bekannte Vitamin C.Besonders bei Erkrankungen und Verletzungen übersteigt der Verbrauch von Glutamin die Herstellungskapazitäten des Körpers. Glutamin ist nicht nur für die Teilung von weißen Blutkörperchen und die Phagozytose sogenannter Fresszellen wichtig. Auch nach Operationen, Traumen und Verbrennungen steigt der Bedarf.Alphaketoglutarat ist also ein Stickstoffregulator. Damit ist es das zentrale Molekül bei der Entgiftung von Ammonium. Durch den Abbau von Aminosäuren bildet der Körper Ammonium. Es sammelt sich an, wenn der Aminosäurestoffwechsel nicht optimal funktioniert. Das ist ungünstig, denn Ammonium wirkt zelltoxisch und belastet den Körper und die Zellen. Alphaketoglutarat reguliert Ammonium. Weil es mit dem Molekül eine Verbindung eingeht und es fixiert – um Aminosäuren zu bilden - oder es freisetzt. Um es im nächsten Schritt der Leber und dem Harnstoffzyklus zuzuführen. Alphaketoglutarat hilft, das Ammonium über den Zwischenschritt Harnstoff unschädlich zu machen. Damit kann sich der Körper über den Urin entgiften. Welche Vorteile hat die Ergänzung mit Alphaketoglutarat? Die Alphaketoglutarat-Supplementierung zeigte Vorteile bei Verletzungen, Krankheiten und Operationen. Es trägt zur Synthese von ATP bei, unterstützt die Versorgung mit Sauerstoff und hält das oxidative Potenzial in Schach. Durch seine Funktion für den Energiestoffwechsel bietet es Chancen für eine verbesserte Regeneration. Es konnte die Heilungsrate bei Krankheiten und nach Eingriffen erhöhen. Es unterstützt anti-katabole Stoffwechselwege – etwa die des Aminosäureaufbaus – wenn der Stoffwechsel in ein stark kataboles Milieu abrutscht. Als wichtiger Baustein von Glutamin ist es zentral für die Immunfunktion, unter anderem die Bereitstellung von Zytokinen.Alphaketoglutarat wird intensiv auf sein Potenzial gegen Krebs untersucht. Denn bei vielen Krebsarten verändert der Körper seinen Stickstoffmetabolismus. Weil Alphaketoglutarat ein zentraler Regulator des Stickstoffmetabolismus ist, gleicht es etwaige Stickstoffbelastungen aus. Alphaketoglutarat weckt Interesse bei Forschern als endogenes Tumor-Suppressor-Metabolit. Nicht zuletzt, weil Alphaketoglutarat die Kinase „target of rapamycin“ (TOR) in Versuchen mit Fadenwürmern hemmte.In solchen Versuchen mit Fadenwürmern und anderen Tiermodellen, wie Mäusen, konnten Forscher die lebensverlängernde Wirkung von Alphaketoglutarat zeigen. Die Forschungsarbeiten zeigten einen Zusammenhang zwischen Fasten beziehungsweise Kalorienreduktion, erhöhten Gewebe-Alphaketoglutaratlevels und verlängerter Lebensspanne. In Versuchen mit Mäusen verbesserte das Kalzium-Salz von Alphaketoglutarat (Ca-AKG) die Lebensspanne und die Gesundheitsspanne. Vermutlich, weil es chronische Entzündungsvorgänge unterdrückte und Gebrechlichkeit verminderte.Alphaketoglutarat ist in einer Kombination mit Kalzium oder Arginin als Nahrungsergänzungsmittel erhältlich. Die Kalziumsalz-Form (Ca-AKG) verbessert chemisch die Stabilität und Löslichkeit des Moleküls. Zudem liefert solch ein Nahrungsergänzungsmittel neben Alphaketoglutarat Kalzium, das wichtig für die Knochengesundheit ist. Ähnliches gilt für Arginin-Alphaketoglutarat. Durch die Rolle von Arginin bei der Stickstoffmonoxid-Synthese soll es den Sauerstofftransport im Gewebe und die Leistungsfähigkeit verbessern. Forscher setzten Ca-AKG in einigen wegweisenden Studien bezüglich Langlebigkeit und reduziertem Entzündungsgeschehen ein. Quellen Weiterführende Informationen sowie Studien über den Wirkstoff Alphaketoglutarat finden Sie hier. The BCAA-BCKA cycle: its relation to alanine and glutamine synthesis and protein balancewww.pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/11165898 The metabolite alpha-ketoglutarate extends lifespan by inhibiting the ATP synthase and TORwww.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC4263271 Alpha-Ketoglutarate, an Endogenous Metabolite, Extends Lifespan and Compresses Morbidity in Aging Micewww.pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/32877690 Nitrogen Metabolism in Cancer and Immunitywww.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC7386658 Intraduodenal infusion of alpha-ketoglutarate decreases whole body energy expenditure in growing pigswww.pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/16376464 Glutamine and alpha-ketoglutarate prevent the decrease in muscle free glutamine concentration and influence protein synthesis after total hip replacementwww.pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/7666798 The metabolite α-ketoglutarate extends lifespan by inhibiting ATP synthase and TORwww.nature.com/articles/nature13264 Effects of 7 days of arginine-alpha-ketoglutarate supplementation on blood flow, plasma L-arginine, nitric oxide metabolites, and asymmetric dimethyl arginine after resistance exercisewww.pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/21813912
Autor des Artikels: Roman Kacer
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Glycin
Was ist Glycin? Glycin ist die einfachste, proteinogene (eiweißbildende) Aminosäure in der Natur. Sie ist bedingt entbehrlich, da der menschliche Organismus sie selbst herstellt, damit jedoch nicht die metabolischen Bedürfnisse nach Glycin abdeckt.Die Bezeichnung Glycin leitet sich vom griechischen „Leim“ ab, weil sie in großen Mengen im Kollagen vorkommt, dem Strukturprotein, das unser Bindegewebe zusammenhält. Die kleine, zierliche Aminosäure kann aber viel mehr, als für Zusammenhalt sorgen. Sie ist wesentlich für viele Vorgänge im Stoffwechsel. Dort fungiert Glycin als Baustoff wichtiger Biomoleküle und Neurotransmitter. Wo kommt Glycin natürlicherweise vor? Glycin gilt als bedingt entbehrlich, denn unter normalen Umständen kann der Organismus signifikante Mengen der Aminosäure herstellen. Es gibt jedoch Zustände, in welchen die Glycinsynthese abnimmt oder der Bedarf steigt, wie in der Schwangerschaft.Berechnungen zeigen, dass der Organismus täglich 3 g Glycin herstellt, aber 15 g Glycin zur Herstellung anderer Biomoleküle benötigt. Basierend auf diesen Zahlen gehen Forscher davon aus, dass zusätzlich 12 g Glycin aus der Nahrung nötig sein können.Glycin ist Hauptbestandteil von Kollagen, das den Grundstoff bei der Herstellung von Gelatine bildet. Da vielzellige Tiere Kollagen besitzen, haben Fleisch und Fisch einen Glycin-Anteil im Protein von 4-5 %. Auch Walnüsse, Kürbiskerne und Sojabohnen sind mit mehr als 5 % Glycin-Anteil gute Quellen. Im Faserprotein von Seide macht Glycin mehr als 40 % der Aminosäuren aus. Was ist die primäre Funktion von Glycin im Körper? Im Stoffwechsel dient Glycin als Baumaterial für Bestandteile des Erbguts, Häm (eisenhaltiger Farbstoff der roten Blutkörperchen), Kreatin (Energieträger Muskulatur), Glutathion (wichtiges körpereigenes Antioxidans) oder KollagenDurch die enorme Zugfestigkeit verleiht Kollagen Knochen, Sehnen, Bändern und der Haut Stabilität und Struktur. Für Kollagen verkettet der Organismus Glycin abwechselnd mit den Aminosäuren Prolin und Hydroxyprolin für Peptidketten mit bis zu 3000 Aminosäuren Länge, die er schließlich zu Kollagen-Fasern zusammenfügt. Glycin ist klein und passt gut in die engen Windungen der Ketten. Das ist wichtig für die dichte Wicklung der Struktur und die hohe Zugfestigkeit. Kollagen stellt mehr als 30 % aller Proteine im menschlichen Organismus.In Gehirn und Rückenmark wirkt Glycin als sogenannter inhibitorischer Neurotransmitter, das heißt es hemmt die Weiterleitung von Nervensignalen. Glycin setzt so die Aktivität bestimmter Muskelzellen herab. Das Toxin des Tetanus-Erregers blockiert die Glycin-Synthese und ist so für lebensbedrohliche Krämpfe verantwortlich. Vorteile Baustoff wichtiger Biomoleküle und Neurotransmitter kann die Schlafqualität verbessern konnte in Versuchen den Glutathion-Spiegel verbessern Welche Vorteile hat die Ergänzung mit Glycin? Da die körpereigene Synthese von Glycin mit steigendem Alter oder gesundheitlichen Problemen beeinträchtigt sein und die Versorgung durch die Nahrung nicht immer gewährleistet werden kann, wird die Aminosäure auf ihre Wirkung als Supplement untersucht. Der Organismus synthetisiert circa 3 g Glycin täglich, allein für die Herstellung der täglichen Menge Kollagen benötigt der Körper jedoch mindestens die dreifache Menge Glycin.Glycin ist Baustoff für Kollagen und wird daher häufig für die Gesundheit der Gelenke, Sehnen und Knochen oder in Anti-Aging-Produkten für jüngere Haut als Supplement eingenommen. In der Tat konnten Studien zeigen, dass die Einnahme von 10 g Glycin die Konzentration im Blutserum auf ein Level anhob, das im Model der dreifachen Synthese von Collagen entsprach.Ein Mangel an Glycin wird mit niedriger Glutathion-Synthese in Verbindung gebracht. Entsprechend könnte Glycinmangel den Körper durch oxidativen Stress belasten – und zu vorzeitiger biologischer Alterung beitragen. Die Ergänzung mit Glycin konnte in Versuchen den Glutathion-Spiegel verbessern.In einigen klinischen Studien konnte Glycin die Schlafqualität und die kognitive Leistungsfähigkeit der Probanden verbessern. Als ursächlich für diese Beobachtungen gilt die Wirkung von Glycin als Neurotransmitter auf bestimmte Rezeptoren im Gehirn. Die Erfolge wurden mit Einzeldosen von 3-5 g Glycin vor dem Schlafengehen erreicht.Glycin ist in der EU als Lebensmittelzusatzstoff zugelassen. Eine Höchstmengenbeschränkung wurde nicht festgesetzt, da bislang keine negativen Auswirkungen auf die Gesundheit bekannt sind. In klinischen Studien waren Dosen von bis zu 0,8 g je Kilogramm Körpergewicht (64 g bei 80 Kilogramm Körpergewicht) gut verträglich. Die Einnahme von großen Mengen Glycin durch Supplementierung kann jedoch zu Magen-Darm-Beschwerden wie Bauchschmerzen und Übelkeit führen. Zur Supplementierung empfohlen sind daher Einzeldosen von 3-5 g je Einnahme. Quellen Weiterführende Informationen sowie Studien über den Wirkstoff Glycin finden Sie hier. Decreased Collagen Production in Chronologically Aged Skinwww.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC1606623 High glycine concentration increases collagen synthesis by articular chondrocytes in vitro: acute glycine deficiency could be an important cause of osteoarthritiswww.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC6153947 Assessment of Acute Adverse Events of Glycine Ingestion at a High Dose in Human Volunteerswww.jstage.jst.go.jp/article/seikatsueisei/50/1/50_1_27/_article Dietary Glycine Is Rate-Limiting for Glutathione Synthesis and May Have Broad Potential for Health Protectionwww.pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/29559876 Glycine transporters and synaptic functionwww.pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/18798526 High-dose glycine treatment of refractory obsessive-compulsive disorder and body dysmorphic disorder in a 5-year periodwww.pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/20182547 Urinary excretion of 5-L-oxoproline (pyroglutamic acid) is increased during recovery from severe childhood malnutrition and responds to supplemental glycinewww.pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/8914954
Autor des Artikels: Roman Kacer
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Glutamin
Was ist Glutamin? Glutamin ist eine der 21 proteinogenen Aminosäuren, die der Körper nutzt, um Proteine aufzubauen. Sie besitzt ein chemisches Stereozentrum, daher gibt es L-Glutamin und D-Glutamin. Letzteres kommt aber nicht in Proteinen vor. Wenn wir von Glutamin sprechen, meinen wir daher L-Glutamin. L-Glutamin gilt als entbehrliche Aminosäure, da der menschliche Körper sie bei Bedarf selbst herstellt.Glutamin stellt circa 20 % aller im Blut enthaltenen Aminosäuren und kommt damit besonders häufig vor. Es ist ein zentraler Metabolit im Stoffwechsel aller Lebewesen. Die Einnahme von Glutamin ist besonders populär bei Sportlern, denn sie soll den Muskelaufbau beschleunigen oder das Immunsystem stärken. Wo kommt Glutamin natürlicherweise vor? Entsprechend der Rolle von Glutamin für die meisten Lebewesen liegt es in vielen Nahrungsmitteln in relativ hohen Mengen vor. Soja, Käse, Erdnüsse, Dinkel oder Mungbohnen enthalten mehr als 4 g Glutamin je 100 g. Im menschlichen Körper ist Glutamin besonders in Muskelgewebe und Muskelzellen hoch konzentriert enthalten. Es kann direkt in den Muskelzellen synthetisiert werden. Was ist die primäre Funktion von Glutamin im Körper? Die Aminosäure Glutamin ist Baustein und Substrat für Proteine, Immunzellen, Zellen des Magen-Darm-Traktes und der Leberzellen. Zudem ist Glutamin ein universeller Donor von Amino-Gruppen im Stoffwechsel. Ketten aus mehreren Glutamin-Molekülen sind Bestandteil wichtiger Transkriptionsfaktoren, wie von FOXP2.Bei Verletzungen, Verbrennungen, Operationen und anderen Situationen, die zu hohen Belastungen führen, verringert sich die Glutamin-Konzentration in den Muskelzellen um bis zu 50 %. Forscher konnten diesen Effekt unabhängig von der Ernährung beobachten. So entstand die Annahme, dass Glutamin eine bedingt entbehrliche Aminosäure sei, die bei Belastungen wie Krankheit, Verletzungen und fortgeschrittenem Alter unentbehrlich wird.Eine der ersten Entdeckungen im Zusammenhang mit der Leistung von Muskelzellen war, dass Glutamin bei körperlicher Belastung das Zellvolumen von Muskelzellen durch Wassereinlagerungen vergrößert. Dies gilt als anaboles Signal, dass den Aufbau von Glykogen und Protein begünstigt. Auch für das Immunsystem ist Glutamin unentbehrlich. Verschiedene Immunzellen nutzen Glutamin als Nährstoff und verbrauchen sogar mehr Glutamin als den Zelltreibstoff Glukose. Welche Vorteile hat die Ergänzung mit Glutamin? Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit EFSA hat bislang keine Gesundheitsaussagen für Glutamin als Nahrungsergänzungsmittel zugelassen. Zu widersprüchlich waren die Daten aus klinischen Studien. Diese Einschätzung liegt allerdings einige Jahre zurück, seitdem wurde neue Forschung zur Wirkung der Supplementierung mit Glutamin durchgeführt.Forscher testeten die Hypothese, dass Glutamin-Gaben bei erhöhten Entzündungswerten das Absenken der intrazellulären Glutamin-Konzentrationen verhindert und damit den Gesundheitszustand verbessert. In wenigen Studien brachte die Glutaminsupplementierung Vorteile für Patienten. Besonders Patienten mit schweren Entzündungen profitierten von einer geringeren Infektionsrate oder einem verkürzten Krankenhausaufenthalt. Eine auf 6 Monate ausgelegte klinische Studie mit 1200 schwerkranken Patienten stellte jedoch in Frage, dass die Glutamin-Gabe in jedem Krankheitsfall nützlich ist. Die Einnahme von Glutamin resultierte in einer signifikant erhöhten Sterblichkeit für die Patienten. Daher diskutieren Forscher darüber, ob es sich bei der Verringerung des Glutamin-Spiegels im Körper um einen Mangel oder eine Anpassung handelt.Gegen die Einnahme von Glutamin spricht zudem, dass viele Krebsarten von Glutamin abhängig sind. Krebszellen nutzen meist deutlich mehr Glutamin als die eigenen Körperzellen. Nährmedien in Laborversuchen enthalten hohe Glutamin-Konzentrationen, um Tumorzellen zu züchten und untersuchen zu können.In Bezug auf die Effekte beim Sport konnte die Glutaminsupplementierung in klinischen Studien die Ermüdung verringern, die Synthese von Glykogen und die Regeneration verbessern, die Ausschüttung von Cortisol nach dem Training verringern oder zu einer verringerten Ansammlung giftiger Stoffwechselprodukte, wie Ammoniak, beitragen. Doch gerade in Bezug auf Leistung und Muskelaufbau sind die Beobachtungen aus Studien widersprüchlich.Einige Studien fanden positive Effekte der Supplementierung von Glutamin bei älteren Menschen, indem sie die Leistung der Beinmuskulatur und anderer Parameter bei der Bewegung steigern konnte. Insgesamt ist Glutamin ein interessantes Langlebigkeitsmolekül, da Forscher vermuten, dass die Versorgung der Zellen mit Glutamin im Alter nicht mehr ausreichen könnte.Viele Studien nutzten gut verträgliche Dosierungen von 5 g bis 15 g Glutamin täglich. Dass es auch bei der Dosierung noch Forschungsbedarf gibt, zeigen weitere widersprüchliche Ergebnisse. Eine wissenschaftliche Übersicht kam zu dem Schluss, dass hohe Mengen Glutamin von 40 g täglich den Aminosäure-Stoffwechsel beeinträchtigen oder die eigene Glutamin-Synthese stören könnten. Dagegen empfehlen Mediziner an anderer Stelle die Gabe von 0,3-0,5 g Glutamin je Kilogramm Körpergewicht im klinischen Alltag – was bei 80 Kilogramm Körpergewicht einer Dosis von 40 g entspräche. Quellen Weiterführende Informationen sowie Studien über den Wirkstoff Glutamin finden Sie hier. Glutamine: Metabolism and Immune Function, Supplementation and Clinical Translationwww.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC6266414 Have we enough glutamine and how does it work? A clinician's viewwww.pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/22212454 Low Glutamine Levels during Critical Illness — Adaptive or Maladaptive?www.nejm.org/doi/10.1056/NEJMe1302301 Effect of glutamine supplementation on inflammatory markers in critically ill patients supported with enteral or parenteral feedingwww.pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/34213769 Effect of glutamine supplementation combined with resistance training in young adultswww.pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/11822473 Assessment of the safety of glutamine and other amino acidswww.pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/11533313
Autor des Artikels: Roman Kacer
Fischöl
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Fischöl
Was ist Fischöl? Fischöl enthält langkettige, ungesättigte Fettsäuren – sogenannte Omega-3-Fette – die essenziell für die Gesundheit sind. Im Sprachgebrauch wird Fischöl oder Omega-3-Fischöl häufig mit den beiden Omega-3-Fettsäuren Eicosapentaensäure (EPA) und Docosahexaensäure (DHA) gleichgesetzt. DHA und EPA sind wichtig für die Regulation von Entzündungsprozessen, das Gehirn und verschiedene Signalwege im Stoffwechsel. Fischöl ist eines der beliebtesten Supplemente auf dem Markt. Wo kommt Fischöl natürlicherweise vor? Fischöl wird aus fetthaltigen Fischarten gewonnen. DHA und EPA kommen hauptsächlich in Fisch und in sehr geringen Mengen in anderen tierischen Produkten vor. Ursprung der beiden marinen Omega-3-Fettsäuren sind aber sogenannte Mikroalgen, die im Gegensatz zu sichtbaren Makroalgen aus vielen einzelligen, mikroskopisch kleinen Partikeln bestehen. Erst über die Nahrungskette reichern sich die Omega-3-Fette in den Fischen an. Zur kommerziellen Herstellung von Omega-3-Algenöl werden häufig Spezies der Algengattung Schizochytrium eingesetzt.Um den Bedarf an DHA und EPA zu decken, hat der menschliche Körper die Fähigkeit, die Omega-3-Fettsäure Alpha-Linolensäure (ALA) in EPA und DHA umzuwandeln. ALA kommt ausschließlich in pflanzlichen Lebensmitteln vor, besonders in Rapsöl, Walnüssen oder Leinsamen. Die Effizienz der Umwandlung ist jedoch abhängig von verschiedenen Umweltfaktoren wie Alter, Stress, Krankheiten und Ernährung. Je nach Szenario beträgt die Umwandlungsrate 0,1 % bis 10 %.Da das gleiche Enzym beteiligt ist an der Umwandlung der Omega-3-Fettsäure ALA, als auch an Umwandlungsschritten von Omega-6-Fettsäuren, konkurrieren ALA und Omega-6-Fette um dieses Enzym. Bei einem großen Übergewicht von Omega-6-Fettsäuren in der Ernährung tendiert die Umwandlungsrate von ALA in EPA und DHA daher gen null. Für eine ausreichende Eigensynthese von EPA und DHA aus ALA empfehlen Forscher ein Verhältnis von maximal 4-6:1 Omega-6 zu Omega-3 in der Ernährung. Was ist die primäre Funktion von Fischöl im Körper? Omega-3-Fettsäuren sind durch ihre chemische Konformation (räumliche Anordnung) mit mehreren Doppelbindungen zwar schnell verderblich, die Konformationsflexibilität macht die Moleküle jedoch besonders nützlich für den Organismus. DHA besitzt acht Doppelbindungen, ist daher am flexibelsten und integraler Bestandteil der Membranen von Nervenzellen. DHA stellt fast alle Omega-3-Fettsäuren im Gehirn und im Sehnerv. Falls es während der Schwangerschaft zu einem DHA-Mangel bei der Mutter kommt, besteht die Gefahr, dass es besonders bei diesen Geweben zu Fehlentwicklungen kommt.EPA ist Ausgangsstoff bei der Synthese von DHA und von Eicosanoiden, die wichtige Signalstoffe darstellen. Eicosanoide regulieren den Blutdruck, die Herzfrequenz und das gesamte kardiovaskuläre System, Entzündungsreaktionen oder Schmerzen.Ein Mangel an DHA und EPA geht mit einem erhöhten Risiko für Fehlentwicklungen bei ungeborenen Kindern einher. Es sind jedoch keine allgemeinen Grenzwerte bekannt, unterhalb welcher die Funktionen der Nerven oder des Immunsystems beeinträchtigt werden. Vorteile sollte helfen eine normale Herzfunktion aufrecht zu erhalten kann Herz-Kreislauf-Erkrankungen vorbeugen Welche Vorteile hat die Ergänzung mit Fischöl? Aufgrund zahlreicher Studien, die einen positiven Effekt durch die Einnahme von Omega-3 als Nahrungsergänzung zeigen, ist Fischöl sehr beliebt. Basierend auf den robusten Daten zu einigen Anwendungsgebieten hat die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) verschiedene gesundheitsbezogene Angaben zugelassen. Zu diesen gehört, dass die Einnahme von 2 g bis 4 g DHA und EPA am Tag den Blutdruck und den Triglyceridspiegel senkt. Täglich 250 mg Omega-3s sollen dagegen ausreichen, um eine normale Herzfunktion aufrecht zu erhalten und Herz-Kreislauf-Erkrankungen vorzubeugen. Ein Gremium der EFSA geht davon aus, dass die kombinierte Einnahme von 5 g DHA und EPA am Tag unbedenklich ist.Entsprechend der Wirkungen der Omega-3s im Organismus gibt es sehr viele Forschungsgebiete, die weitere vielversprechende Ergebnisse in Bezug auf Fischöl-Supplementierung hervorbrachten. Meta-Analysen fanden einen Effekt von Fischöl auf die Stimmung, Muskelregeneration und Entzündungsmarker bei Sportlern, auf die Insulinsensitivität bei Menschen mit Stoffwechselstörungen oder auf die Rate des altersbedingten, kognitiven Abbaus. Dabei entfalteten DHA und EPA unterschiedliche, jedoch häufig komplementäre Effekte. Quellen Weiterführende Informationen sowie Studien über den Wirkstoff Fischöl finden Sie hier. EFSA bewertet Sicherheit langkettiger Omega-3-Fettsäurenwww.efsa.europa.eu/de/press/news/120727 Dietary patterns and depression risk: A meta-analysiswww.pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/28431261 Are There Benefits from the Use of Fish Oil Supplements in Athletes? A Systematic Reviewwww.pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/32383739 How does high DHA fish oil affect health? A systematic review of evidencewww.pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/29494205 Omega-3 Fatty Acidswww.ods.od.nih.gov/factsheets/Omega3FattyAcids-HealthProfessional Efficacy of omega-3 PUFAs in depression: A meta-analysiswww.pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/31383846 Watermelon extract supplementation reduces ankle blood pressure and carotid augmentation index in obese adults with prehypertension or hypertensionwww.pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/22402472
Autor des Artikels: Roman Kacer
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D-Ribose
Was ist D-Ribose? Ribose ist ein Zucker, der natürlich in der chemischen Konfiguration D-Ribose vorkommt. Das Spiegelbildisomer (Enantiomer) L-Ribose spielt in der Natur nur eine untergeordnete Rolle. Das Saccharid D-Ribose ist essenziell für das Leben auf der Erde, denn es ist ein Baustein der Nukleinsäuren, die unser Erbgut bilden. Zudem ist D-Ribose Bestandteil von Nukleotiden, die als universelle Energieträger im Körper eine wichtige Rolle spielen. Wo kommt D-Ribose natürlicherweise vor? Der Körper kann Ribose aus Monosacchariden, sogenannten Einfachzuckern wie Galactose, Fructose oder Glucose, selbst herstellen. Es kommt in allen Zellen auf natürliche Weise vor. Viele Nahrungsmittel enthalten zudem Ribose, wobei fraglich ist, wie viel der Substanz nach der Verarbeitung zur Mahlzeit in den Körper gelangt. Erst 2019 fanden Forscher Ribose auf einem Meteoriten. Das heizte die Diskussionen darüber an, wie groß der Beitrag von organischen Molekülen aus dem All zur Entstehung von Biomolekülen wie RNA auf der Erde war. Was ist die primäre Funktion von D-Ribose im Körper? Ribose bildet das Rückgrat der Erbgut-Stränge. In der Ribonukleinsäure (RNA) bilden D-Ribose-Einheiten das Rückgrat des Moleküls. In der Desoxyribonukleinsäure (DNA) sind Desoxyribose-Einheiten verbaut, also D-Ribose-Einheiten mit einem fehlenden Sauerstoffatom.Der Körper nutzt D-Ribose, um daraus verschiedene Energieträger zu bilden, wie ATP, NADH oder FADH. Der universelle Treibstoff des Körpers, Adenosintriphosphat (ATP), besteht aus dem Zucker Ribose und drei Phosphaten. Ribose ist zudem Teil des cyclischen Adenosinmonophosphats (cAMP), das als Botenstoff vielfältige Prozesse des Stoffwechsels reguliert. Welche Vorteile hat die Ergänzung mit D-Ribose? Weil Ribose ein essenzieller Baustein von ATP ist, dem universellen Energieträger des Körpers, untersuchen Forscher den Zusammenhang zwischen Ribose und ATP-Konzentrationen. Ribose könnte dann als Supplement Anwendung finden, wenn gesundheitliche Beeinträchtigungen oder körperliche Verausgabung den ATP-Gehalt der Zellen senken.Versuche haben gezeigt, dass die Gabe von Ribose die Biosynthese aller Biomoleküle, an denen Ribose beteiligt ist, erhöhen kann. In Studien mit wenigen Teilnehmern konnte die Supplementierung von 15 g Ribose bei Probanden mit Herzinsuffizienz oder koronarer Herzerkrankung die Herz-Kreislauf-Leistung während des Sports verbessern.In einem Versuch mit gesunden Männern, die sich durch Radfahren zwei Mal täglich verausgabten, konnten hohe Ribose-Gaben von insgesamt 150 g die ATP-Konzentrationen in den Muskeln besser regenerieren, als andere Einfachzucker. Allerdings übersteigt diese Dosierung die von der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) als sichere obere Aufnahmemenge berechneten Dosierung von 36 mg je Kilogramm Körpergewicht. Die Empfehlung der EFSA entspräche einer maximalen Tagesdosis von 2,9 g Ribose bei 80 Kilogramm Körpergewicht.Wissenschaftlich betrachtet beschleunigt D-Ribose unter gewissen Umständen die Synthese und die Regeneration von ATP. Das scheint besonders dann der Fall zu sein, wenn die Funktion der Mitochondrien beeinträchtigt ist und ineffiziente Zellatmung nicht genug ATP produziert. Allerdings ist nicht ausreichend erforscht, inwiefern die Einnahme von Ribose praktische Relevanz für die Leistung und die Erholung nach körperlicher Verausgabung hat. Auch die Anwendung von Ribose bei Herzerkrankungen oder Erschöpfungssyndromen muss noch weiter erforscht werden. Dementsprechend ist ein Gremium der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit der Ansicht, dass die Sicherheit der Supplementierung mit D-Ribose noch nicht ausreichend belegt wurde. Quellen Weiterführende Informationen sowie Studien über den Wirkstoff D-Ribose finden Sie hier. Benefit of ribose in a patient with fibromyalgiawww.pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/15537568 D-ribose aids advanced ischemic heart failure patientswww.pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/18674831 D-Ribose improves diastolic function and quality of life in congestive heart failure patients: a prospective feasibility studywww.pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/14607200 Effect of ribose supplementation on resynthesis of adenine nucleotides after intense intermittent training in humanswww.pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/14660478 Purine salvage to adenine nucleotides in different skeletal muscle fiber typeswww.pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/11408435
Autor des Artikels: Roman Kacer